ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Maßregelvollzug: Unerträgliche Ignoranz

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Maßregelvollzug: Unerträgliche Ignoranz

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1177 / B-1003 / C-940

Gaebel, Michael

Zu dem Beitrag „Auch Therapie bedeutet Sicherheit“ von Petra Bühring in Heft 12/2001:
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LNSLNS Mit Entsetzen habe ich in diesem Artikel den lapidaren Satz gelesen, dass „nur“ 10 bis 20 % der entlassenen Straftäter (ich sage mit Absicht nicht Patienten) erneut wegen einer „schwerwiegenden Straftat“ auffällig werden. Dieser kleine Satz bedeutet, dass jeder fünfte entlassene therapierte Täter wieder unsägliches Leid über unschuldige Menschen und Familien bringt! Wie gesagt, handelt es sich hier nicht um onkologische Patienten, bei denen in 20 % der Fälle eine Therapie nicht Heilung, sondern ihren eigenen Tod bringt. Hier müssen in 20 % der Fälle unschuldige Unbeteiligte lebenslange Schäden erleiden oder ihr Leben verlieren.
Diese Haltung dieser psychiatrischen Koryphäen ist in ihrer Ignoranz unerträglich. Hoffentlich ist die Familie eines dieser Gutachter nie bei dem unglücklichen Teil der Bevölkerung. Würde sich einer dieser Gutachter in ein Auto setzen, wenn er wüsste, dass er bei jeder fünften Fahrt jemanden zum Krüppel fährt oder tötet? Nil nocere gilt auch in diesen Fällen!
Dr. Michael Gaebel, Talstraße 26, 66424 Homburg/Saar
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