ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Embryonenschutz: Falsche Argumentation

BRIEFE

Embryonenschutz: Falsche Argumentation

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1178 / B-1004 / C-940

Oettel, Oliver

Zu dem Leserbrief „Unter falscher Flagge?“ von Prof. Dr. med. Axel Haverich in Heft 10/2001:
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LNSLNS Als angehender Gynäkologe und Geburtshelfer bin ich fachlich äußerst eng mit dem zur Diskussion stehenden Problemkreis verbunden. Es ist sicher, dass in Zukunft gentechnische Methoden, darunter wohl auch das „therapeutische Klonen“, zur Behandlung bisher nicht heilbarer Erkrankungen eingesetzt werden. Der mögliche Einsatz gentechnischer Verfahren geht allerdings noch weit über dieses „akzeptable ärztliche Ansinnen“ hinaus, wie manche Fortpflanzungsmediziner deutlich machen
(Severino Antinori). Die Diskussion um den ethischen Rahmen hinkt der Technik leider weit hinterher. Dieses Dilemma existiert bereits seit längerem im Problemkreis „Pränataldiagnostik – Schwangerschaftsabbruch – Fortpflanzungsmedizin“, worauf Sie in Ihrem Leserbrief zu Recht hinweisen. Falsch ist jedoch Ihre Argumentation mittels Intrauterinpessar („Spirale“). Hier müssen Sie, wie sicherlich viele Mitmenschen, Ihren Kenntnisstand aktualisieren, damit Sie im Zuge der weiteren, spannenden Diskussion korrekt argumentieren können: Die Hauptwirkung der IUP besteht in einer Inaktivierung der Spermatozoen über eine sterile Entzündungsreaktion des Endometriums, außerdem wirken die von kupferhaltigen IUP freigesetzten Kupferionen spermizid. Gestagenhaltige Pessare verändern zusätzlich die Zervixschleimviskosität und hemmen damit die Spermienaszension. Die früher angenommene Vermutung einer abortiven Wirkung, welche in einer Hemmung der Nidation bereits befruchteter Eizellen besteht, muss widerrufen werden und gilt lediglich für die postkoitale Anwendung. Gröger, S. und Grüne, B. (2000) Kontrazeption. S. 82–83. In: Diedrich, K., Holzgreve, W., Jonat, W., Schneider, K.-T. M. und Weiss, J. M. (Hrsg.) Gynäkologie und Geburtshilfe. Springer Verlag, Berlin, Heidelberg, New York.
Dr. med. Oliver Oettel, Nedre Geilegrend 36, N-6017 Ålesund, Norwegen
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