ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Willensfreiheit: Der Wille ist nicht frei

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Willensfreiheit: Der Wille ist nicht frei

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1180 / B-1006 / C-942

Jahn, Ekkehart

Zu dem Geschichts-Beitrag „Die Willensfreiheit des Menschen“ von Prof. Dr. J. F. Volrad Deneke in Heft 11/2001:
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LNSLNS Bei dem Problem der (empirischen!) Willensfreiheit geht die Frage nicht dahin, wovon das Tun abhängig sei, sondern wovon das Wollen selbst abhänge.
Es ist eine ursprüngliche und evangelische Lehre des Christentums, welche Augustinus und Luther verteidigten, dass der Wille nicht frei sei (Luther 1525: De servo arbitrio: „dass es keine Freiheit des Willens gibt“). Kurzformel: operari sequitur esse.
Auch alle großen Dichter legen Zeugnis für diese Wahrheit ab, zum Beispiel in einer der schönsten Strophen Goethes: „Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen . . .“
Von den großen Philosophen hat Hobbes zuerst das Problem gelöst. Spinoza, Hume, Priestley, Voltaire haben dasselbe gelehrt. I. Kant nimmt die Notwendigkeit der Handlungen als eine ausgemachte Sache an. Am gründlichsten und klarsten aber wurde diese Wahrheit in einem eigenen Wert (26. Januar 1839) von A. Schopenhauer dargelegt: „Die Unfreiheit des Willens steht fest; an ihr zu rütteln, haben schon anderthalb Jahrtausende vergeblich sich bemüht.“
Dr. Ekkehart Jahn, Sonnenbühl 29, 75249 Kieselbronn
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