VARIA: Bücher

Aus dem Lot

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1202 / B-1026 / C-962

Wilkens, Heinz-Christian

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LNSLNS Roman
Spannung bis zum Schluss
Heinz-Christian Wilkens: Aus dem Lot. Ein Roman. Verlag H. M. Hauschild, Bremen, 2000, 408 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 39,80 DM

Der Roman vereinigt mehrere Genres: Ein klassischer Kriminalfall entspinnt sich, eine unvermeidliche, heiße Liebesgeschichte wird eingeflochten, auch ein Schicksalsroman eröffnet sich. Lesenswert wird dieses Buch für Ärzte, weil in einem intelligenten und spannenden Plot an einem exemplarischen Kriminalfall die Grenzen der Ethik in der Reproduktionsmedizin behandelt werden.
Zunächst führt die Lektüre den Leser ein in die Welt
des Intensivmediziners und Oberarztes Dr. Templer. Dessen Leben gerät „aus dem Lot“, als eine junge, apallische Frau nach einem halben Jahr Intensivstation schwanger wird. Jemand muss sie missbraucht haben. Die Kriminalpolizei wird eingeschaltet und dringt in den Mikrokosmos der Intensivstation ein. Realitätsnah werden Alltag und Atmosphäre, Beziehungsgeflechte und Hierarchiekonflikte in einem Krankenhaus eingefangen. Der Leser wird mit den ethischen Fragen und Grenzen der
Reproduktionsmedizin konfrontiert; spannend eingewoben in kriminalistische Verwicklungen. So bleibt bis
zum Schluss Spannung er-
halten: Wer ist der Täter?
Wie lautet die Gewissensentscheidung des Protagoni-
sten? Und natürlich: „Kriegt er sie“?
Eine besondere Stärke gewinnt das Buch durch die authentische Schilderung der norddeutschen Charaktere. Der Protagonist steht stellvertretend für die Nachkriegsgeneration, die unvermittelt ins Zeitalter der Gentechnik und Informationstechnologie gerutscht ist. Die Hauptfigur behält, indem sie den ethisch-moralischen Versuchungen der modernen Zeit widersteht, ihre Wurzeln.
Geschrieben ist dieser Roman von einem „waschechten Landarzt“ aus der Wesermarsch, der von der handfesten Medizin, die ihn auch auf
einer Intensivstation arbeiten ließ, ganz zeitgemäß in die sprechende Medizin, die Psychotherapie, gewechselt ist. Annegret Bohling
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