ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen

VARIA: Bücher

Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1202 / B-1026 / C-962

Hochschild, Adam

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LNSLNS Geschichte
Plünderung Afrikas
Adam Hochschild: Schatten über dem Kongo. Die Geschichte eines der großen, fast vergessenen Menschheitsverbrechen. Aus dem Amerikanischen von Ulrich Enderwitz, Monika Noll und Rolf Schubert, Klett-Cotta, Stuttgart, 494 Seiten, gebunden, 49,80 DM
„Ein Exempel reichte aus: Hundert Geköpfte, und seither ist dieser Stützpunkt mit allem bestens versorgt. Mein Zweck ist letztlich ein humanitärer. Ich habe 100 Leute getötet . . ., aber dadurch konnten 500 andere überleben.“ Brutal führten belgische Distriktsbeamte im Auftrag ihres Königs Leopold II. die Ausbeutung des Kongo durch. Getarnt unter dem Deckmantel einer humanitären Organisation, brachte Leopold II. das zentralafrikanische Territorium 1885 in seinen Privatbesitz. Der Reichtum an Kautschuk und Elfenbein wurde dem Kongo zum Verhängnis; mit menschenverachtender Brutalität wurden den Bewohnern des Landes die geforderten Quoten abgepresst. Nach zwei Jahrzehnten war die Bevölkerungszahl um 10 Millionen zurückgegangen.
Hochschild beschreibt die Entstehungsgeschichte des königlichen Privatbesitzes in Afrika, die Struktur des auf Leopolds Betreiben dort errichteten Ausplünderungssystems und den Widerstand in Europa, der schließlich den König zur Übergabe seiner Privatkolonie an den belgischen Staat bewegte. Bedrückend sind die aufgezeigten Kontinuitäten bis in die jüngere Vergangenheit. Das Buch zeichnet sich durch die gelungene Verknüpfung von kenntnisreicher Darstellung und packendem Schreibstil aus. Marianne Bechhaus
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