ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Minimal invasives Venenstripping: Neue Methode bringt Zeitersparnis

VARIA: Technik

Minimal invasives Venenstripping: Neue Methode bringt Zeitersparnis

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1207 / B-1004 / C-938

Meyer, Rüdiger

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LNSLNS Am besseren kosmetischen Ergebnis ist nicht zu zweifeln, wenn die Operation komplikationslos verläuft.

Als „Transilluminierte motorgetriebene Phlebektomie“ bezeichnet das Unternehmen Smith & Nephew Endoscopy ein neues Verfahren, welches das Venenstripping vereinfachen soll. Geringere Schmerzen, eine Reduktion der Inzisionen um 70 Prozent sowie eine Zeitersparnis von 50 Prozent versprach der Hersteller den Chirurgen bei einer Pressekonferenz in Hannover, wenn sie circa 48 000 DM in das Equipment investieren.
Dafür erhalten sie zwei Geräte: Das erste Gerät, der „Irrigated Illuminator“, besteht aus einem Lichtstab samt Steuergerät. Der Lichtstab ist eine weniger als kleinfingerdünne Metallsonde, die über eine kleine Inzision in das subkutane Fettgewebe vorgeschoben wird.
Ambulante Operation
Mithilfe der Sonde wird ein Hohlraum freipräpariert, der dann mit Kochsalzlösung unter Druck gespült und schließlich mit Hilfe einer Lampe, die sich an der Spitze der Sonde befindet, illuminiert wird. Die Varizen zeichnen sich nach außen als dunkle Schatten in der Haut ab (in etwa vergleichbar den Knochen, wenn man mit einer Taschenlampe die Hand durchleuchtet).
Dies ermöglicht es dem Operateur, mit dem „Resektor“ – dem zweiten Gerät, das ebenfalls mit einem Steuergerät verbunden ist – gezielt die Varizen anzusteuern. Der Resektor ist ein rotierendes, hohles Schneidewerkzeug. Es entfernt die Varizen, deren Bruchstücke durch das Innere des Resektors abgesaugt werden.
Im Prinzip ist ein Venenstripping mit zwei Inzisionen möglich. Die Operation kann ambulant durchgeführt werden. Im Idealfall kann der Patient die Klinik am gleichen Tag wieder verlassen.
Anspruchsvolle Geräte
So weit die Theorie. In der Praxis musste sich das Verfahren in einer amerikanischen und einer europäischen Studie bewähren. An der europäischen Studie nahm auch Prof. Ralf Kolvenbach vom Augusta-Hospital in Düsseldorf teil, der in Hannover über seine Erfahrungen berichtete. In der Studie wurde die Operationszeit (inklusive Stammvarizenexhärese, die weiter konventionell durchgeführt wird) tatsächlich von 61 Minuten (bei konventioneller Haken-Venenexhärese) auf 46 Minuten verkürzt. Die vom Hersteller beanspruchte 50-prozentige Zeitersparnis bezieht sich nur auf die Dauer der eigentlichen TriVex-Venenexhärese. Prospekte wollen eben genau gelesen werden.
Am besseren kosmetischen Ergebnis ist laut Kolvenbach nicht zu zweifeln – solange die Operation komplikationslos verläuft. Dies ist keineswegs immer der Fall. Wie Kolvenbach berichtete, kam es in Düsseldorf anfangs häufiger zu Hautperforationen, Nervenschädigungen oder einem Hämatom. Dagegen wurden seltener Venenabschnitte „vergessen“ als in der konventionellen blinden Exhärese. Kolvenbach führt die Komplikationen auf Anfängerfehler im Umgang mit den anspruchsvollen Geräten zurück. Nach einer gewissen Lernkurve seien die Ergebnisse besser geworden. Kolvenbach riet allen interessierten Chirurgen deshalb dringend, Workshops zu besuchen oder in Kliniken zu hospitieren. Rüdiger Meyer

Kontakt:
Smith & Nephew Endoskopie,
Osterbrooksweg 71
22869 Schenefeld
Telefon: 0 40/83 90 03-0
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