VARIA: Personalien

Gestorben

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1209 / B-1033 / C-965

EB

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LNSLNS Dipl.-Psych. Dr. med. Eugen M. Wolpert, Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Neurologie (Psychoanalyse und Verhaltenstherapie), Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Evangelischen Krankenhauses Elisabethenstift Darmstadt, starb am 6. März im Alter von 63 Jahren.
Wolpert studierte ab 1959 Medizin und Psychologie in Erlangen und Freiburg. Er begann seine Facharztweiterbildung 1966 in Freiburg und wechselte 1971 an die Sozialpsychiatrische Klinik Mannheim. Später war er Oberarzt am Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim.
1979 begann er als Chefarzt der Psychiatrischen Abteilung des Elisabethenstiftes in Darmstadt mit dem Aufbau der dortigen Abteilungspsychiatrie, sodass er mit seiner Klinik in kurzer Zeit die psychiatrische sektorisierte Vollversorgung der Stadt Darmstadt gewährleisten konnte. Gleichzeitig begann er, ein komplettes extramurales Versorgungssystem mit komplementären Einrichtungen nach den Empfehlungen der Psychiatrie-Enquete zu entwickeln. 1981 wurde Darmstadt eine der 14 bundesdeutschen psychiatrischen Modellregionen, was im Wesentlichen auf die Initiative und die Kontakte von Wolpert zurückging.
Auf der Bundesebene war Wolpert von 1983 bis 1991 Vorsitzender des Arbeitskreises der leitenden Ärzte Psychiatrischer Abteilungen in der Bundesrepublik und seit 1989 zugleich Vorsitzender des Ständigen Ausschusses für Krankenhausfragen in der Psychiatrie. Ausdruck der hohen Wertschätzung seiner Fachkollegen fand Wolpert darin, dass er als Chefarzt einer außeruniversitären psychiatrischen Krankenhausabteilung erstmalig in der Geschichte der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie und Nervenheilkunde zum Präsidenten der Gesellschaft gewählt wurde. In seiner Amtszeit (1993 bis 1994) wurde die neue Weiter­bildungs­ordnung zu Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie auf den Weg gebracht.

Prof. Dr. med. José Silveira, starb am 3. April im Alter von 96 Jahren in Salvador da Bahia/Brasilien. Er hatte sein Leben dem Kampf gegen die in Brasilien grassierende Lungentuberkulose gewidmet. Im Anschluss an sein Studium absolvierte er einen großen Teil seiner Weiterbildung in Berlin und Heidelberg. Nach seiner Rückkehr nach Salvador da Bahia gründete er 1937 das Tuberkuloseforschungsinstitut „IBIT“ (Instituto Brasileiro para Investigação da Tuberculose), dessen Leitung er übernahm und an das er auch deutsche Ärzte und Wissenschaftler berief, um Anschluss an die Entwicklung der Forschung in Europa zu behalten. Gleichermaßen förderte er die von Professor Arlindo de Assis aus Rio de Janeiro etablierte BCG-Impfung, die Therapie mit Tuberkulostatika und die erforderlichen chirurgischen Maßnahmen zur Heilung der Lungentuberkulose. Später beschäftigte er sich mit den Problemen der zunehmenden Resistenz der Tuberkuloseerreger gegen die zunächst so erfolgreichen Medikamente.
Prof. José Silveira war Lehrstuhlinhaber für Lungenheilkunde sowie Direktor der Clinica Tisiologica der Universität von Bahia und des von ihm gegründeten Hospital do Thorax, das später ihm zu Ehren in Fundação José Silveira umbenannt wurde. Für die Armen in Salvador da Bahia und in seiner Geburtsstadt Santo Amaro organisierte er einen kostenlosen Gesundheitsdienst. EB
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