ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Empfehlung der Bundes­ärzte­kammer zur Defibrillation mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) durch Laien

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Empfehlung der Bundes­ärzte­kammer zur Defibrillation mit automatisierten externen Defibrillatoren (AED) durch Laien

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1211 / B-1035 / C-967

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LNSLNS Der plötzliche Herztod ist die häufigste außerklinische Todesursache in Deutschland.
Die überwiegende Mehrzahl aller Patienten mit plötzlichem Herztod weisen initial ein Kammerflimmern auf. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes ist ohne Reanimation das Kammerflimmern nicht selten in eine Asystolie übergegangen. Die einzige wirksame Behandlung im Rahmen der Reanimation stellt die Defibrillation dar. Je früher die Defibrillation erfolgt, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit des Überlebens ohne bleibende körperliche Schäden. Jede Minute ohne wirksame Reanimation reduziert die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 Prozent.
Erfahrungsberichte aus aller Welt haben gezeigt, dass
1. medizinische Laien nach entsprechender Unterweisung im Rahmen der Reanimation die automatisierte exter-
ne Defibrillation sicher und erfolgreich durchführen können,
2. die Überlebensrate dadurch erheblich gesteigert werden kann.
Die Defibrillation durch Laien ersetzt nicht die Aufgaben des Rettungsdienstes.
Sie verkürzt die Zeitspanne zwischen Auftreten des Kammerflimmerns und der Defibrillation und erhöht dadurch die Überlebenswahrscheinlichkeit.
Voraussetzung für die Anwendung eines AED ist eine Ausbildung gemäß § 22 Abs. 1 Satz 3 Medizinproduktegesetz (MPG) in Verbindung mit § 5 Abs. 1
Medizinprodukte-Betreiberverordnung (MPBetreibV), um die Rechtswidrigkeit der Körperverletzung zu rechtfertigen und den Bestimmungen des Medizinproduktegesetzes in Verbindung mit der Medizinprodukte-Betreiberverordnung, der diese Geräte unterliegen, zu entsprechen.
Bei jedem Einsatz des AED ist zeitgleich der Rettungsdienst zu alarmieren.
Jede Institution, die die automatisierte externe Defibrillation durch Laien
in ihrem Bereich einführt, hat die ärztliche Fachaufsicht sicherzustellen und ein Schulungsprogramm zu implementieren. Es gilt hierzu die „Stellungnahme der Bundes­ärzte­kammer zur ärztlichen Verantwortung für die Aus- und Fortbildung von Nichtärzten in der Frühdefibrillation“. Die Institution ist gemäß § 2 Medizinprodukte-Betreiberverordnung für die Überprüfung der ordnungsgemäßen Funktionsfähigkeit des Gerätes und für die Beachtung der entsprechenden Sicherheitshinweise verantwortlich.
Jede Anwendung des AED muss nachträglich im Rahmen eines Qualitätsmanagementprogramms unter ärztlicher Fachaufsicht analysiert werden.
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