ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Stellungnahme der Bundes­ärzte­kammer zur ärztlichen Verantwortung für die Aus- und Fortbildung von Nichtärzten in der Frühdefibrillation

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundes­ärzte­kammer

Stellungnahme der Bundes­ärzte­kammer zur ärztlichen Verantwortung für die Aus- und Fortbildung von Nichtärzten in der Frühdefibrillation

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): A-1211 / B-1035 / C-967

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LNSLNS Eine früh einsetzende Defibrillation im Rahmen medizinischer Nothilfe kann unter definierten Voraussetzungen auch durch Nichtärzte mit angemessenem Ausbildungsstand durchgeführt werden. Die Ausbildung muss (gemäß § 22 Abs. 1 Satz 3 Medizinproduktegesetz) neben den Maßnahmen der kardiopulmonalen Reanimation die Gewähr für eine sachgerechte Handhabung des automatisierten externen Defibrillators bieten. Der Ersthelfer muss (gemäß § 5 Abs. 1 Medizinprodukte-Betreiberverordnung) durch den Hersteller des Gerätes oder durch eine vom Betreiber beauftragte Person unter Berücksichtigung der Ge-brauchsanweisung in die sachgerechte Handhabung des automatisierten externen Defibrillators eingewiesen sein.
Hinsichtlich der ärztlichen Verantwortung für die Aus- und Fortbildung von Nichtärzten in der Frühdefibrillation und der Qualifikationsanforderungen für den ärztlichen Ausbilder ist zu beachten:
– Die Frühdefibrillation muss hinsichtlich der Aus- und Fortbildung, Kontrolle und Nachbereitung unter ärztlicher Leitung stehen.
– Die Verantwortung für die Aus- und Fortbildung in der Frühdefibrillation durch Rettungsfachpersonal obliegt dem Ärztlichen Leiter Rettungsdienst (gemäß Empfehlungen der Bundes­ärzte­kammer).
– Die Aus- und Fortbildung von Ersthelfern in der Frühdefibrillation muss unter ärztlicher Weisung erfolgen.

Aufgaben des ärztlichen Ausbilders sind:
c Überwachung der Aus- und Fortbildung
c Kontrolle und Nachbereitung jedes Einsatzes eines Defibrillators durch nicht ärztliches Personal
c Regelmäßige Berichterstattung an den Träger des Aus- bzw. Fortbildungsprogramms
Für diese Aufgaben muss der ärztliche Ausbilder folgende Qualifikationen besitzen:
c Notarzt mit mindestens 3-jähriger Einsatzerfahrung und regelmäßigem Einsatz im Notarztdienst oder intensivmedizinisch erfahrene(r) Arzt/Ärztin
c Erfahrungen in der Durchführung notfallmedizinischer Aus- und Fortbildungsmaßnahmen
c eingehende Kenntnis der Empfehlungen für die Wiederbelebung des „Deutschen Beirates für Erste Hilfe und Wiederbelebung – German Resuscitation Council“ bei der Bundes­ärzte­kammer.
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