ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Altersvorsorge: Prognostizierte Ablaufrenditen oft zu hoch

Versicherungen

Altersvorsorge: Prognostizierte Ablaufrenditen oft zu hoch

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): [79]

EB

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Die anvisierten Wertzuwächse privater Rentenpolicen sind nicht immer so sicher wie versprochen.

Die Versicherungsgesellschaften werben gern damit, dass ihre Rentenpolicen sicher sind, während Altersvorsorgesparen mit Investmentfonds teilweise heftigen Börsenschwankungen unterlegen sei. Doch das ist nur die halbe Wahrheit. Wie eine Untersuchung der Rating-Agentur Assekurata und der Fachhochschule Köln ergab, sind auch die anvisierten Wertzuwächse privater Rentenpolicen keineswegs sicher. Im Gegenteil: Die prognostizierten Renditen in fast jedem dritten Angebot konnten die Experten nicht nachvollziehen. Die Studie umfasste insgesamt 64 Gesellschaften mit laufenden Rentenangeboten. Bei 45 Unternehmen war die Ablaufrendite zwar nachvollziehbar, allerdings nur unter der Prämisse, dass die Gesellschaften auch weiterhin hohe Zinsen erwirtschaften. Bei 19 Angeboten erschien den Untersuchern die vorhergesagte Rendite zu hoch. Doch auch bei den nachvollziehbaren Policen herrschte Skepsis. Weil die Angebote hart an der Grenze der Finanzierbarkeit kalkuliert sind, sei auch das Risiko, dass die Rendite im Endeffekt niedriger ausfalle, sehr hoch. Wenn die Kapitalverzinsung nur um einen halben Prozentpunkt sinkt, so Untersuchungsleiter Professor Oskar Goecke, ändert sich das Bild dramatisch. Nur noch acht Gesellschaften könnten dann nachvollziehbare Ablaufrenditen vorweisen, bei 56 Versicherern wären die Prognosen unrealistisch.
Die Allgemeine Deutsche Direktbank, Frankfurt, rät Interessenten angesichts anhaltend niedriger Kapitalmarktzinsen die Prognose einer Rentenpolice lieber zweimal zu prüfen und mit mehreren anderen Angeboten zu vergleichen. EB
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema