ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Aktien: Der Stern und die Börse

VARIA: Schlusspunkt

Aktien: Der Stern und die Börse

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): [80]

Rombach, Reinhold

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LNSLNS Kann es sein, dass bei DaimlerChrysler das Schlimmste überstanden ist? Diese hoffnungs-
frohe Frage stellen sich viele Anleger, nachdem nunmehr die Zahlen für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres vorliegen und die letzte Haupt­ver­samm­lung bei aller Kritik doch noch einigermaßen glimpflich verlief.
Gemach, so schnell dürfte sich der Wind nicht in den grünen Bereich drehen. Die soeben vorgelegten Quartalszahlen sind alles andere als erfreulich. Zwar bemüht sich der Vorstand, das Zahlenwerk schönzureden, von „Einmalaufwendungen“ ist immer wieder euphemistisch die Rede.
Genau besehen sind eben diese Milliardenunikate Ausweis dramatischer Verluste und deutliches Symbol verfehlter Geschäftspolitik. Das Geschäftsergebnis des Konzerns belief sich für die ersten drei Monate auf ein Minus von stattlichen 3,75 Milliarden Euro, das ist ja wirklich eine ganze Menge Holz.
Selbst wenn die (sehr teure) Sanierung bei den Problembereichen Chrysler und Mitsubishi weitere Fortschritte machen sollte, bleibt das künftige Schicksal des Gesamtkonzerns mit einem ziemlich großen Fragezeichen behaftet.
Im Moment wird nämlich nur mit den Mercedes-PKW richtig Geld verdient. Und genau da steht die Autokonjunktur auf der Kippe. Erstes Alarmzeichen ist der enorme Absatzrückgang bei Neuwagen im Monat März von 7,8 Prozent – der zweithöchste in den letzten zehn Jahren.
Werden aber auch die Zeiten für Mercedes-Modelle schwerer, dann ist das Wohl und Wehe von DaimlerChrysler noch lange nicht
in trockenen Tüchern. Für Zukäufe oder Neuengagements besteht also wenig
Anlass.
Der trübe Ausblick auf
eine Einzelaktie gilt im Übrigen auch für den Gesamtmarkt, Ausnahmen (wie etwa Energieversorger) natürlich ausgenommen. Es bleiben der deutschen Börse
eigentlich nur noch vier
Wochen, um eine nachhaltige Kurserholung durchzusetzen. Ob die allerdings kommt, wage ich sehr zu
bezweifeln.
Der jüngst gemeldete starke Anstieg der Inflationsrate verheißt nichts Gutes, erst recht bei dem sehr wichtigen Umstand, dass sich die europäische Zentralbank mit den sehnlichst herbeigewünschten Zinssenkungen sehr schwer tun wird, wenn die Preise weiter so steigen.
Bleibt eine vernünftige Zwischenhausse bis Mitte, Ende Mai aus, wofür einiges spricht, so dürfte sich bis Ende des Jahres bei Aktien nicht mehr viel tun, ich erwarte dann eher tendenziell
fallende Kurse. Es bleibt also mit dem Geldverdienen schwierig genug.
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