ArchivDeutsches Ärzteblatt18/2001Singener Hausfassade: Ärzte auf der Spritze

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Singener Hausfassade: Ärzte auf der Spritze

Dtsch Arztebl 2001; 98(18): [80]

Schultz-Friese, Fritjof

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LNSLNS Kunstprovokateur Peter Lenk modellierte ein Relief für Deutschlands ältestes Ärztehaus.

Am ältesten Ärztehaus in Deutschland, am Kreuzsteinplatz in Singen, reiten zwölf Ärzte auf einer Spritze. Aus der pharmazeutischen Phiole des Apothekers Dr. Hans Wittner zischt die einstige Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­terin Andrea Fischer, die bei der Auftragsvergabe an den Bildhauer und Kunstprovokateur Peter Lenk noch in Amt und Würden war. Acht Meter hoch, vom ersten über den zweiten Stock, ist das aberwitzige Relief, das die Mediziner (vertreten sind die Urologie, Innere Medizin, Sportmedizin, Gynäkologie, Zahnmedizin) voll in „action“ zeigt. Wittner: „Wir wollen die triste Fassade des 1973 gebauten Hauses farbiger, lebendiger gestalten, dabei haben wir uns Vorschläge von Werbegrafikern und Künstlern eingeholt. Mit Peter Lenk sind wir mehr als zufrieden.“ Für das Relief, so ein bekannter Galerist, hätten sich die Ärzte „erste Sahne“ hergeholt, in einigen Jahren sei das Kunstwerk unbezahlbar. Der Kunstprovokateur Peter Lenk vom Bodensee hat deutsche Geschichte geschrieben mit der Planung von 13 Meter hohen Mauerkiekern an der Sektorengrenze, für jeden der 624 Wachtürme einen. Doch daraus wurde nichts. Es kam die Entspannung. Als Ersatz gab es die kleine Version „Lenin, Kaiser Wilhelm und Mister Jedermann“ auf der Aussichtsplattform „Checkpoint Charly“.
Wittner: „Für das Relief am Singener Ärztehaus musste jeder von uns drei bis acht Stunden Modell sitzen. Jetzt überlegen wir uns, ob wir es als Logo auf unserem Briefpapier übernehmen.“ Fritjof Schultz-Friese
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