ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2001Arbeitsmedizin: Bedarf an Betriebsärzten wird steigen

POLITIK

Arbeitsmedizin: Bedarf an Betriebsärzten wird steigen

Dtsch Arztebl 2001; 98(19): A-1228 / B-1047 / C-979

Schoeller, Annegret

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LNSLNS Zum 31. Dezember 2000 wiesen insgesamt 13 395 Ärztinnen und Ärzte eine betriebsärztliche Qualifikation auf. Im Vergleich zur Vorjahres-Statistik der Bundes­ärzte­kammer hat sich damit die Zahl der Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde um 2,8 Prozent und damit deutlich mehr als im Vorjahr (1,2 Prozent) erhöht.
Die Tabelle enthält die Zahl der Ärzte mit den nach § 4 Arbeitssicherheitsgesetz in Verbindung mit § 3 Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte“ der Berufsgenossenschaften vorgegebenen betriebsärztlichen Qualifikationen. Gegliedert nach Ärztekammer-Bereichen sowie zusammengefasst auf Bundesebene, wird somit nicht nur die Zahl der Ärzte ausgewiesen, welche nach abgeschlossener Weiterbildung die Gebietsbezeichnung „Arbeitsmedizin“ oder die Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ zu führen berechtigt sind, sondern auch die Zahl derjenigen Ärzte, die nach Erfüllung der Voraussetzungen der Übergangsregelung des § 3 Abs. 4 Nr. 1 und 2 a sowie Nr. 1 und 2 b Unfallverhütungsvorschriften „Betriebsärzte“ weiterhin über die arbeitsmedizinische Fachkunde verfügen. Die Zahl der nach § 3 Abs. 4 Unfallverhütungsvorschriften „Betriebsärzte“ qualifizierten Ärzte nimmt allerdings entsprechend der Konstruktion dieser Vorschriften als Übergangsregelung seit 1988 ständig ab.
Darüber hinaus ist die Zahl derjenigen Ärzte ausgewiesen, welche die nach § 3 Abs. 3 Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte“ erforderlichen Voraussetzungen erfüllen, um im Rahmen einer zweijährigen selbstständigen betriebsärztlichen Tätigkeit in einem „geeigneten Betrieb“ die Zusatzbezeichnung „Betriebsmedizin“ erwerben zu können.
Die Grafik zeigt die Entwicklung der Gesamtzahl qualifizierter Betriebsärzte seit 1988 auf.
Aufgrund des in den nächsten Jahren zu erwartenden vermehrten altersbedingten Ausscheidens von Betriebsärzten aus dem Berufsleben, insbesondere der Betriebsärzte aus den neuen Bundesländern, ist die Wachstumsrate der Anzahl der Betriebsärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde von 2,8 Prozent möglicherweise nicht ausreichend, den zukünftigen Bedarf an Betriebsärzten zu decken. Zudem ist eine Erhöhung des Bedarfs an qualifizierten Betriebsärzten durch die infolge gesetzlicher und unfallversicherungsrechtlicher Neuregelungen erforderliche betriebsärztliche Betreuung nicht nur von Großbetrieben, sondern nunmehr auch von Kleinbetrieben zu erwarten. Dr. med. Annegret Schoeller

´Tabelle  CC´
Zahl der Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß § 3 UVV „Betriebsärzte“
(Stand: 31. Dezember 2000)
Gebiets- Zusatz- Fachkunde Fachkunde Gesamtzahl
Landes- bezeich- bezeich- § 3 Abs. 3 § 3 Abs. 4 der Ärzte mit
ärztekammer nung nung UVV Nrn. 1 u. 2 a) arbeitsmedi-
„Arbeits- „Betriebs- „Betriebs- bzw. 2 b) UVV zinischer
medizin“ medizin“ ärzte“ „Betriebsärzte“ Fachkunde
Baden-Württemberg 549 861 239 155 1 804
Bayern 473 1 246 303 385 2 407
Berlin 362 218 12 31 623
Brandenburg 175 88 7 – 270
Bremen 68 44 6 – 118
Hamburg 142 119 27 4 292
Hessen 262 318 49 24 653
Mecklenburg-Vorp. 90 118 16 – 224
Niedersachsen 270 513 47 148 978
Nordrhein 535 784 384 166 1 869
Rheinland-Pfalz 153 233 103 22 511
Saarland 52 92 42 27 213
Sachsen 261 819 33 – 1 113
Sachsen-Anhalt 144 281 7 – 432
Schleswig-Holstein 100 261 51 – 412
Thüringen 149 169 5 – 323
Westfalen-Lippe 327 449 224 153 1 153
Bundesgebiet 4 112 6 613 1 555 1 115 13 395
Quelle: Bundes­ärzte­kammer, Köln


Entwicklung der Zahl der Ärzte mit arbeitsmedizinischer Fachkunde gemäß § 3 Unfallverhütungsvorschrift „Betriebsärzte“
(jeweils zum 31. Dezember)
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