ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2001Aids-Forschung in Deutschland erlebt starke Kürzungen

POLITIK

Aids-Forschung in Deutschland erlebt starke Kürzungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(19): A-1232 / B-1049 / C-981

EB

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Auf einem Aids-Gipfeltreffen, das kürzlich in der nigerianischen Hauptstadt Abuja stattfand, forderte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Kofi Annan, zur weltweiten Mobilmachung gegen die Immunschwächekrankheit auf. „Vor diesem Szenario erscheinen der Deutschen Aids-Gesellschaft die erheblichen Kürzungen bei der Förderung der HIV- und Aids-Forschung in Deutschland unverständlich“, erklärte der Vorsitzende der Deutschen Aids-Gesellschaft e.V. (DAIG), Prof. Norbert Brockmeyer von der Dermatologischen Klinik der Ruhr-Universität Bochum. Zwei erfolgreiche Aids-Verbundprojekte seien im Februar ausgelaufen – ein Folgeprojekt sei nicht in Sicht. Auch das vom Bun­des­for­schungs­minis­terium geförderte infektiologische Stipendienprogramm werde Ende 2001 ersatzlos beendet.
Derzeit unterstütze die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) mit circa sechs Millionen DM jährlich einen beträchtlichen Teil der Grundlagenforschung zum Thema HIV-Infektion und Aids, erklärte Brockmeyer. Klinische Forschung im engeren Sinne werde von der DFG allerdings nicht gefördert. Von den Bundesländern stellte nur der Freistaat Bayern jährlich 1,8 Millionen DM aus Landesmitteln für die Aids-Forschung zur Verfügung.
„Die HIV-Infektion ist nach wie vor eine Gefährdung für die gesamte Bevölkerung. Daher muss Aids-Forschung auch in Deutschland möglich sein und stattfinden und nicht nur in den USA und europäischen Nachbarländern“, erklärte Brockmeyer. EB
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