ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2001Forschung: Die Gelddimension

BRIEFE

Forschung: Die Gelddimension

Dtsch Arztebl 2001; 98(19): A-1247 / B-1063 / C-993

Stahl, K.-W.

Zu dem Leserbrief „Neue Dimensionen“ von Dr. Dr. med. habil. Volker Thieme in Heft 4/2001, der sich auf den Beitrag „Zum Nutzen des Patienten“ von Dr. Giovanni Maio in Heft 48/2000 bezog:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Dr. Thieme bemerkt richtig, dass bei Dr. Maio die dritte Dimension des Geldes fehlt. Seit Aspirin® mutierten „Mittel des Arztes“ zu Pharmaprodukten, und der Herstellerprofit konkurrierte mit dem Patientennutzen. Die wachsende Monopolstellung der Fertigarzneimittel erforderte zur Wahrung der Patientenrechte eine immer aufwendigere Zulassungsreglementierung. Eine Preisspirale setzte ein, aus der die EU Orphan Drug RL bislang keinen Ausweg für die so genannte Dritte Welt weist. Bei zehn Prozent der Bevölkerung Südafrikas mit Aids
soll nun die kompromisslose Wahrung der „intellectual property rights“, die keinen Unterschied zwischen einem lebensrettenden Arznei- und einem Waschmittel macht, den Vorrang vor dem Leben haben. Das zeigt, wie weit wir uns im Pharmabereich von dem vom Europarat vertretenen Menschenrecht der Patientengleichheit beim Zugang zu Gesundheitsdiensten entfernen. Wissenschaftler, Ärzte und ein Theologe werben deswegen bei Apothekern und Therapeuten um Mitglieder des von ihnen gegründeten Vereins „Waisenmedizin e.V.“. Der möchte Entscheidungsträgern in Europa bei ihrer Suche nach einer Lösung unter Einbezug von Wissenschaft und Wirtschaft zur Seite stehen. Wie schwierig das ist, erleben wir selber: Ein preiswertes Wundheilmittel (Leserbrief Heft 46–48/2000 „Tissue Engineering: Kollegen sind hochwillkommen“) findet kein Kapital. Vielleicht finden wir ja aber einen Käufer für ein Haus, das wir dafür einsetzen wollen.
(www.orphandrug.org/residence)
Prof. Dr. Dr. med. K.-W. Stahl, Waisenmedizin e.V., Goethestraße 69, 79102 Freiburg
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema