ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2001Adoption: Falsches Argument

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Adoption: Falsches Argument

Dtsch Arztebl 2001; 98(19): A-1250 / B-1066 / C-995

Gerlach, Alf; Scheid-Gerlach, Hanni

Zu dem Beitrag „Ungewollte Kinderlosigkeit: Adoption als Alternative“ von Prof. Dr. med. Otto P. Hornstein et al. in Heft 11/2001:
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LNSLNS . . Kritisch zu werten ist die Aussage der Autoren, dass an die erzieherischen Fähigkeiten adoptionswilliger Eltern strengere Maßstäbe zu legen seien als bei leiblichen Eltern. Ihr Verweis „Bei genetisch fremden Kindern fehlt der sonst durch biologische Verwandtschaft gleichsam genuine Abstand als gegenseitiger Schutz vor dyssozialen, zum Beispiel inzestuösen Beziehungen“ entbehrt jeder Grundlage. Es bleibt offen, warum sie dieses Argument einführen, wo sie doch selbst darauf hinweisen, dass sozialstatistisch keine Hinweise vorliegen, dass zwischen Adoptiveltern und Kindern die Rate sexuellen Missbrauchs erhöht sein könnte. Für die Einhaltung des Inzesttabus scheinen nach aktuellem psychoanalytischen Diskussionsstand weniger die biologische Verwandtschaft, sondern eher eine sichere und enge Bindung zwischen Eltern und Kindern ausschlaggebend zu sein.
Dr. med. Dipl.-Soz. Alf Gerlach, Dipl.-Psych. Hanni Scheid-Gerlach, St.-Avolder-Straße 2–4, 66117 Saarbrücken
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