ArchivDeutsches Ärzteblatt19/2001Adoption: Keine echte Alternative

BRIEFE

Adoption: Keine echte Alternative

Dtsch Arztebl 2001; 98(19): A-1250 / B-1066 / C-995

Würfel, Wolfgang

Zu dem Beitrag „Ungewollte Kinderlosigkeit: Adoption als Alternative“ von Prof. Dr. med. Otto P. Hornstein et al. in Heft 11/2001:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Aufgrund zahlreicher wissenschaftlicher Untersuchungen ist es bekannt, dass kinderlose Ehepaare in einem relativ hohen Prozentsatz die Adoption eines Kindes, insbesondere eines Säuglings, als eine Alternative zu einer Sterilitätsbehandlung sehen und sich somit die Adoption als einen Weg zur Gründung einer eigenen Familie vorstellen können. In den entsprechenden Zentren wird die Adoption dementsprechend auch in aller Regel angesprochen, sofern das Paar nicht bereits diesbezüglich eigene Schritte unternommen hat. Auch vonseiten der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie und Fortpflanzungsmedizin wird die Adoption als eine Möglichkeit der Familiengründung ausdrücklich unterstützt und befürwortet. Es ist allerdings darauf hinzuweisen, dass jetzt bereits pro Jahr etwas über 30 000 Kinder nach Sterilitätsbehandlung jeglicher Art in der Bundesrepublik Deutschland auf die Welt kommen, Tendenz deutlich steigend. Und diese Zahl zeigt auch das Dilemma: so viele Kinder stehen bei weitem nicht für eine Adoption zur Verfügung, ganz zu schweigen von Säuglingen.
Dementsprechend ist die Adoption keine echte Alternative zur Sterilitätsbehandlung, sondern kann sie nur fallweise ergänzen. Dies gilt umso mehr, als das Durchschnittsalter der ungewollt kinderlosen Paare meist relativ hoch ist (insbesondere das der Frauen), weswegen sich oft zusätzliche Hindernisse bei einem Adoptionswunsch ergeben.
Prof. Dr. Dr. Wolfgang Würfel, Bodenseestraße 7, 81241 München
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema