ArchivDeutsches Ärzteblatt20/2001„Die Hausärzte“ in „Frontal 21“ am 17. April im ZDF

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„Die Hausärzte“ in „Frontal 21“ am 17. April im ZDF

Dtsch Arztebl 2001; 98(20): A-1286 / B-1076 / C-1003

Kucharski, Alexandra

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Dass Frontal sich mit Missständen kritisch auseinander setzt, ist sehr zu begrüßen. Doch einen derart undifferenzierten Bericht über die angeblich unqualifizierten und nicht ausreichend weitergebildeten Hausärzte habe ich lange nicht gesehen. Sicher gibt es Kollegen – nicht nur bei uns Hausärzten –, deren Wissensstand bedauerlicherweise zu wünschen übrig lässt. In diesem Bericht wurden jedoch alle Hausärzte pauschal diffamiert.
So bedauerlich der dargestellte Fall einer Fehldiagnose bei einer Brustkrebspatientin ist, welcher Hausarzt führt Mammographien durch und beurteilt die Aufnahmen? Abgesehen davon, dass dies nicht zum Fachgebiet der Allgemeinmedizin zählt, könnte es nicht sein, dass die Fehldiagnose von einem Radiologen oder Gynäkologen gestellt wurde? Das Beispiel ist zwar schrecklich für die Patientin, aber ungeeignet, eine ganze Arztgruppe zu diffamieren.
Im Fallbeispiel „Diabetes“ ließ der Bericht die wachsende Zahl der Hausärzte, die sich engagiert um den Diabetes-Strukturvertrag und die Schulung ihrer Patienten kümmern, völlig außer Acht. Ebenso unerwähnt blieb, dass es um die Compliance der Typ-2-Diabetiker oft schlecht bestellt ist. Unberücksichtigt blieben auch der hohe und nur unzureichend honorierte Zeitaufwand für Ernährungsberatung und die ständigen Streitereien mit den Krankenkassen über Teststreifen, Blutzuckermessgeräte, neue Medikamente et cetera. Schließlich gibt es ein Budget.
Die von den Autoren des Berichts befragten Universitätsprofessoren sehen hauptsächlich die „Katastrophenfälle“. Daraus kann man schon einmal falsche Schlüsse über die Versorgung „dort draußen“ ziehen.
Bleibt anzumerken, dass die meisten Hausärzte (ebenso wie andere Fachärzte) viel Zeit und Geld aufwenden, um sich – meist in ihrer Freizeit – fortzubilden. Sollte dieser Beitrag eine sachliche Berichterstattung gewesen sein, kann ich nur sagen: „Thema verfehlt, ungenügend!“
Alexandra Kucharski, Fachärztin für Allgemeinmedizin
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