ArchivDeutsches Ärzteblatt37/1996Ausgrabung: Keltische Fürstenstatue gefunden

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Ausgrabung: Keltische Fürstenstatue gefunden

Steiner-Rinneberg, Britta

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LNSLNS Der Glauberg im Hessischen Wetterau erweist sich immer wieder als eine wahre Schatzgrube: Vor zwei Jahren erst entdeckte man dort ein großes keltisches Fürstengrab, und nun fanden die Landesarchäologen bei Grabungsarbeiten eine 1,80 Meter große Statue, die aller Wahrscheinlichkeit nach eine Abbildung eben dieses Fürsten darstellt. Es ist die zweite bisher in Deutschland gefundene. Im Gegensatz zu der badenwürttembergischen (Hirschlanden) ist die vom Glauberg jedoch fast vollständig erhalten! Was ihr fehlt, sind nur die Füße und der Sockel, auf dem sie stand. Reicher Schmuck, Bewaffnung, Kleidung und allerlei Beigaben befinden sich in ganz erstaunlich gutem Zustand. Die große Ähnlichkeit zwischen dem Halsschmuck des toten Fürsten (Grabung 1984) und dem der Statue ist auffallend und läßt darauf schließen, daß es sich um ein und dieselbe Person handelt.
Die aus rötlichem (heimischen) Sandstein gemeißelte Großplastik wiegt rund viereinhalb Zentner. Nach ihren bisher im Umkreis nicht entdeckten Füßen ist man weiter auf der Suche. Das von einer Blattkrone gezierte Haupt läßt die Altertumsforscher vermuten, daß die damaligen Herrscher auch als religiöse Repräsentanten fungierten. Daß die Stele zudem wertvolle Aufschlüsse über die Kleidung der damaligen Füh-rungsschicht ermöglicht, ist ein weiterer Glücksfall. Sie wurde nach ihrer Freilegung auf dem Glauberg in die Restaurierungswerkstatt der Landesarchäologie im Biebricher Schloß gebracht, wo sie zunächst erst einmal aufgearbeitet und genauer untersucht werden soll. Experten werden sie in Kürze auch auf Spuren von eventuellen Farbpigmenten hin prüfen. Noch völlig offen ist, in welchem Museum die Kostbarkeit aufbewahrt und der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll.
Durch die Auffindung des "steinernen Fürsten" erweist sich der Glauberg einmal mehr als eine der bedeutendsten Fundstätten für die Archäologie des 6. Jahrhunderts vor Christus.

Britta Steiner-Rinneberg
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