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Dtsch Arztebl 2001; 98(20): A-1310 / B-1115 / C-1043

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DÄ: Sind Sie mit der Umsetzung der Beschlüsse des 102. Deutschen Ärztetages zur Zertifizierung der ärztlichen Fortbildung zufrieden? Wo gibt es noch Verbesserungsbedarf?
Prof. Eckel: Damit kann ich sehr zufrieden sein, denn es ist nach anfänglichem Zögern einiger Lan­des­ärz­te­kam­mern gelungen, die bundesweit nahezu flächendeckende Zertifizierung einvernehmlich durchzusetzen. Würzburg 2000 mit der traditionellen Tagung des Deutschen Senats für ärztliche Fortbildung war da sicherlich ein Meilenstein. Erfreulich ist die Tatsache, dass auch die wissenschaftlichen Gesellschaften und die Berufsverbände den Ärztekammern die originäre Zuständigkeit für die Zertifizierung einräumen. Wichtig ist mir vor allem die bundesweite Einheitlichkeit des Kriterienkatalogs für den Erwerb der Fortbildungszertifikate. Zu hoffen bleibt, dass die, die noch zögern, nunmehr auch den Mut haben, mit ins „Zertifizierungs-Boot“ zu steigen.
DÄ: Wie wird die zertifizierte Fortbildung von den Ärzten angenommen?
Prof. Eckel: Nach meinen Erkenntnissen und Beobachtungen außerordentlich gut. Allein in Niedersachsen hat unsere Akademie für ärztliche Fortbildung seit Beginn des Aner-
kennungs- und Zertifizierungsverfahrens mehr als 230 000 Bescheinigungen an die Teilnehmer anerkannter Fortbildungsveranstaltungen ausgestellt. Die sehr sorgfältige und auch strenge Prüfung eingereichter Anträge auf Anerkennung von Fortbildungsveranstaltungen gibt den potenziellen Teilnehmern darüber hinaus auch Sicherheit, dass hier wirklich nur seriöse, wissenschaftlich gesicherte Fortbildungsinhalte angeboten werden, die weit von „industrie-gesponserter Fortbildung mit Schnittchen“ entfernt sind. Das steigert meines Erachtens die Nachfrage.
DÄ: Wo sehen Sie – abgesehen von der Zertifizierung – künftig noch Handlungsbedarf im Bereich der ärztlichen Fortbildung?
Prof. Eckel: Es kommt mir darauf an, die berufliche (Selbst-)Verpflichtung des einzelnen Arztes und der einzelnen Ärztin zu ständiger berufsbegleitender Fortbildung noch besser in den Köpfen der Kolleginnen und Kollegen zu verankern. Dies gilt auch für die Schnittstelle des Qualitätsmanagements, dessen Bedeutung für die Gestaltung und den Gehalt der eigenen Berufsausübung glücklicherweise immer mehr Ärztinnen und Ärzte erkennen. Wir müssen allerdings sehr darauf achten, dass uns die Gestaltung der eigenen Fortbildungsangelegenheiten nicht aus der Hand genommen wird. Ich erinnere in diesem Zusammenhang an die kürzliche unheilvolle Diskussion um den so genannten Ärzte-TÜV.
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