ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Psychologische Psychotherapeuten: Den Sprung erneut verpasst

POLITIK

Psychologische Psychotherapeuten: Den Sprung erneut verpasst

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1362 / B-1158 / C-1086

Bühring, Petra

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LNSLNS Die Ver­tre­ter­ver­samm­lung lehnte die Wahl
eines Integrationsbeauftragten in den KBV-Vorstand ab.

Die Enttäuschung der Psychologischen Psychotherapeuten hätte nicht größer sein können. Es wird vorerst keinen Vertreter im Vorstand der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) geben, der dort – beratend, aber ohne Stimmrecht – als „Beauftragter zur Integration der nicht ärztlichen Psychotherapeuten“ mitwirken könnte. Ein solcher Beauftragter sollte eigentlich gewählt werden, nachdem keiner der beiden Psychologen-Kandidaten bei der Wahl des KBV-Vorstands am 17. März eine Mehrheit erhalten hatte.
Zwei Kandidaten – wer vertritt die Mehrheit?
Damals waren angetreten die Psychologischen Psychotherapeuten Jürgen Doebert, Kassenärztliche Vereinigung (KV) Südwürttemberg, der die Mehrheit der psychotherapeutischen Berufsverbände hinter sich wusste, und Hans-Jochen Weidhaas, KV Pfalz, der mit seiner berufspolitischen Erfahrung warb (siehe auch DÄ, Heft 16/2001).
Mehr als zwei Monate später hatten sich die Psychologischen Psychotherapeuten immer noch nicht auf einen Kandidaten geeinigt – sicher auch ein Grund für das erneute Scheitern. Nach einem Wahlmarathon für die Beratenden Fachausschüsse der KBV hatten die ärztlichen Delegierten offensichtlich wenig Lust, sich mit den Abstimmungsproblemen der Psychologischen Psychotherapeuten auseinander zu setzen.
Ein Antrag von Dr. med. Jörg-A. Rüggeberg auf Nichtbefassung mit der Wahl eines Integrationsbeauftragten ging daher – zum Entsetzen der Psychologen – glatt durch. Die Kompetenz des Beratenden Fachausschusses für Psychotherapie – dessen zwölf Mitglieder gerade vorher neu gewählt worden waren – müsse zur Integration der Psychologen ausreichen, so die Begründung des Antrags. Zwar gab es einen Gegenantrag, der darauf hinwies, dass die Berufung eines Integrationsbeauftragten eine politische Option sei und nicht in den Fachausschuss verschoben werden dürfe – doch der hatte keine Chance.
Keine endgültige Entscheidung
Die Entscheidung, keinen Integrationsbeauftragten in den KBV-Vorstand zu wählen, ist nicht endgültig. Der Vorstand kann entscheiden, diesen Punkt bei der nächsten Ver­tre­ter­ver­samm­lung der KBV im Dezember wieder vorzulegen. Die Einigung auf einen Kandidaten und Geschlossenheit auf der Psychologen-Seite würde den Ärzten ein Votum für einen Integrationsbeauftragten erleichtern. Die nicht gelösten Probleme der Integration lassen es nämlich sinnvoll erscheinen, einen Psychologen in die Vorstandsarbeit einzubinden, der beratend mitwirkt und gegenüber der Basis vermittelt. Petra Bühring
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