ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Medicina cubana: Fairer Artikel

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Medicina cubana: Fairer Artikel

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1386 / B-1178 / C-1105

Piel, Klaus; Querfurt, Herbert

Zu dem Beitrag „Zeitreise durch die Sechzigerjahre“ von Jens Winkel in Heft 16/2001:
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LNSLNS Als Mitglied der Humanitären Cuba-Hilfe, die seit fünf Jahren Krankenhäuser in der Ostprovinz betreut und unterstützt, kann ich die Ausführungen . . . nur unterstreichen. Der materielle Mangel in den Krankenhäusern der Ostprovinz ist jedoch deutlich größer noch als in Havanna. So fehlen oft die einfachsten Medikamente, insbesondere moderne Antibiotika wie Cephalosporine und Gyrasehemmer. Gerade gestern habe ich für das größte Kinderkrankenhaus Kubas in Holguin ein neues EKG-Gerät gekauft, da die in der Klinik vorhandenen zwei Geräte inzwischen total defekt sind. Ein Krankenhaus mit 650 Betten verfügt nicht einmal mehr über ein eigenes EKG-Gerät. Vor 14 Tagen habe ich die Gynäkologie im großen Zentralkrankenhaus von Holguin besucht und dort schlimme Zustände erlebt. Insbesondere besteht ein Riesenmangel an Matratzen und Bettwäsche. Ich habe Schwangere kurz vor der Entbindung auf gummierten Matratzen liegen sehen und das in der Hitze Kubas.
Auf der anderen Seite erleben wir immer wieder das große Engagement der kubanischen Kollegen, die mit viel Zeit und Idealismus versuchen, immer wieder bei dieser Mangelsituation zu improvisieren. Auch Know-how ist in Kuba kein Thema. Sie haben bis jetzt noch jedes von uns herübergegebene medizintechnische Gerät in Gang bekommen und zum Nutzen der Patienten einsetzen können. So wurden mit unserer Hilfe in der Provinz Holguin 40 Dialyseplätze geschaffen, wo vorher nur fünf existierten. Damit ist die Provinz jetzt ausreichend versorgt.
Herzlichen Dank für diesen fairen Artikel.
Dr. Klaus Piel, Dr. Herbert Querfurt, Humanitäre Cuba-Hilfe, Unterstraße 7, 44892 Bochum
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