ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Grabstein: Warum nicht gleich eine moderne Schrift?

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Grabstein: Warum nicht gleich eine moderne Schrift?

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1387 / B-1180 / C-1106

Burkart, Günter

Zu dem Varia-Beitrag „Eine nicht alltägliche Geschichte“ von Dr. med. Eva A. Richter in Heft 14/2001:
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LNSLNS Leider hatte die Leipziger Anatomie neben der guten Idee eines solchen Grabsteins auch eine schlechte. Sonst wäre das alles nicht passiert – wie zum Beispiel die Fehler in dem Bericht: Es gibt keine „gotische Frakturschrift“ (Gotische Schrift war der Vorläufer der Fraktur, „Gothic“ ist Englisch für „Fraktur“). „Maximilian-Gotisch“ ist kein „Schriftsatz“ (dieser Begriff gehört ins Rechtswesen), sondern eine Schrift; nicht nur diese, sondern alle Frakturschriften haben zwei unterschiedliche Buchstaben s; der abgedruckte Buchstabe ist jedoch kein „langes s“, sondern ein halbfettes f; bei Ligaturen werden nicht „Lettern enger miteinander verbunden“, sondern Ligaturen sind jeweils eine Letter, die zwei oder drei Buchstaben verbinden (wie ch, fl, ft, sch usw.).
Auch hätte Dr. Krüger aus Leverkusen, der auf eigene Kosten die Inschrift erneuern ließ, seine 7 579,91 DM sinnvoller anlegen können, wenn die Leipziger Anatomie von vornherein eine zeitgenössische Schrift gewählt hätte. Dann wäre man auch nicht zunächst auf einen Steinmetzen hereingefallen, der offenbar sein Handwerk nicht ernst nimmt, sondern wie so viele Desktop-(Küchentisch-) Amateure heute mit Frakturschriften herumspielt, ohne sich mit deren Regeln zu beschäftigen.
Schade, dass Dr. Krüger nicht auf die Idee gekommen ist, das Leipziger Institut wenigstens nachträglich zu einer modernen Schrift zu überreden. Warum gestaltet man einen solchen Grabstein nicht so, dass auch Kinder und Ausländer die Schrift leicht lesen können?
Günter Burkart, Birrckoven 21,
53347 Alfter
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