MEDIZIN: Referiert

Arzt als Heilmittel

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1402 / B-1193 / C-1119

bt

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LNSLNS Nicht nur die Art der Behandlung, sondern auch das Wie spielt für das Ergebnis eine Rolle. Für eine wissenschaftliche Bestätigung dieser Aussage wurden mehr als 23 000 Arbeiten aus dem Internet ausgewertet, 25 blieben für eine Metaanalyse übrig. Dabei wurde nur die
Behandlung von rein körperlichen Erkrankungen wie zum Beispiel Hypertonie, Angina pectoris, verschiedenartiger Schmerzzustände oder Nebenwirkungen von Medikamenten betrachtet. In 19 Studien wirkte die Einflussnahme auf die Erwartungen des Patienten. Meist ging es dabei um die kognitive Aufklärung, viermal allein um emotionale Assistenz. Die Unterstützung positiver Erwartungen des Patienten war hilfreich. In einer spanischen Hypertonie-Studie ergab sich, dass eine willkürliche Voraussage höherer oder niedriger Blutdruckwerte bei der nächsten Konsultation tatsächlich eintraf; das Verhalten des Arztes bei der Akupunktur von Schulterschmerzen hatte hingegen keinerlei Effekt. Hinlänglich bewiesen ist die Bedeutung des „Arztes als Heilmittel“ nicht, aber eine Behandlung, die emotionale und kognitive Hilfe enthält, erscheint effizienter. bt

Di Biasi Z, Harkness E, Ernst E, Georgiu A, Kleijnen J: Influence of context effects on health outcomes: a systematic
review. Lancet 2001; 337: 757–762.

Ms Zeida Di Biasi, Department of Health Sciences and Clinical Evaluation, University of York, York Y010 5DD, Großbritannien, zdbl@york.ac.uk

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