ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Das Reizdarmsyndrom: Der verflixte Hang zum Neuen

MEDIZIN: Diskussion

Das Reizdarmsyndrom: Der verflixte Hang zum Neuen

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1404 / B-1170 / C-1094

Becker-Brüser, Wolfgang

zu dem Beitrag von Prof. Dr. med. Jürgen Hotz Dr. med. Ahmed Madisch Prof. Dr. med. Paul Enck Prof. Dr. med. Harald Goebell Dr. rer. nat. Inge Heymann-Mönnikes Prof. Dr. med. Gerald Holtmann Prof. Dr. med. Peter Layer in Heft 48/2000
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LNSLNS Der Artikel enthält eine Aneinanderreihung mehr oder (überwiegend) weniger gut dokumentierter medikamentöser Behandlungsstrategien. Im letzten Absatz werden zudem neue Substanzen genannt, die sich „in kontrollierten Studien als wirksam erwiesen“ haben sollen und „in Kürze auf dem deutschen Arzneimittelmarkt erwartet“ werden. Dummerweise hat Glaxo Wellcome kürzlich den unter anderem genannten 5-HT3-Antagonisten Alosetron (Lotronex), der in den USA bereits seit Frühjahr 2000 im Handel ist, wegen lebensbedrohlicher Magen-Darm-Schädigung dort wieder vom Markt gezogen. Die FDA überblickt inzwischen 49 Berichte über ischämische Kolitis und fünf Todesfälle in Verbindung mit Alosetron (1). Von dem Mittel bleiben wir somit hoffentlich in Deutschland verschont. Die Marktrücknahme kommt keinesfalls überraschend. Seit Monaten zeichneten sich zunehmend schwere Unverträglichkeiten ab. In der Oktoberausgabe des arznei-telegramm 2000 zogen wir das Fazit: „Die bisherigen Daten . . . begründen erhebliche Zweifel an Nutzen und Sicherheit“ (2). Eine größere Distanz zu angeblichen Neuerungen täte auch den Autoren des Deutschen Ärzteblatts gut.

Literatur
1. FDA Talk Paper: Glaxo Wellcome decides to withdraw lotronex from the market. 28. 11. 2000.
2. Reizdarmsyndrom: Werbetrommel für nicht zugelassene Arzneimittel. arznei-telegramm 2000; 31: 82.

Wolfgang Becker-Brüser
Redaktion arznei-telegramm
Bergstraße 38 A, Wasserturm, 12169 Berlin

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