ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Anguilla: Der stille Aal in der Karibik

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Anguilla: Der stille Aal in der Karibik

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1409 / B-1175 / C-1126

Clade, Harald

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LNSLNS Noch ist die Antilleninsel Anguilla im nordöstlichen Bogen der Antillen-Inselkette „über dem Winde“ vom Massentourismus und von einer Touristen-Invasion aus den USA und aus Europa verschont. So gilt denn auch das zum britischen Commonwealth gehörende Karibik-Eiland (rund 11 000 Einwohner) als noch weitgehend ursprüngliche, abgeschiedene und ruhige Insel – als Geheimtipp für Ruhesuchende und passionierte Wassersportler. Der ruhige „Aal“ (spanisch: anguila; französisch: anguille) breitet sich in einer Länge von 23 Kilometern und vier Kilometern Breite flach wie eine Flunder im türkisblauen Meer aus. Der die Fluten überragende „Gipfel“ in der Inselhauptstadt „The Valley“ misst gerade 68 Meter – immerhin eine sanfte Erhebung, um genügend Wasser anzuziehen, die die Insel manchmal grün werden lässt.
Anguilla ist stolz auf seine 36 Vorzeigestrände, zum Teil mit gelb-weißem Sand. Ende der Sechzigerjahre, zur Zeit, als die britischen Antillen ihre Unabhängigkeit errangen und sich die Inseln St. Kitts-Nevis und Anguilla zu einer Föderation zusammentaten, erklärte sich Anguilla unter dem Hirtenstab von Roland Webster, einem Pastor und Kolonialwarenhändler, unabhängig. Heute ist ein anguillanischer Präsident, der von der britischen Krone eingesetzt wird, Gouverneur der Insulaner.
Die kleine Karibik-Insel ist dabei, den Fremdenverkehr als Haupteinnahmequelle zu entdecken – neben der Schiff-fahrt und dem Fischfang. Anguilla ist umgeben von fast öden Inselchen – Doc Island, Scrub Island, Seal Island, Prickly Pear East and West, Sandy Cays und Scilly Cay – wo zum Teil Strandrestaurants auf Tagesgäste warten. In und um The Valley gibt es auf Anguilla einige aufstrebende Hotels mit allem Komfort und internationalem Standard. Zu den vornehmsten Hotel der gesamten Karibik zählen das superexklusive (und teure) Covecastles im Südwesten und das Cap Juluca. Das Sonesta Anguilla im äußersten Südwesten der Insel, ein Hotel-Resort der Fünfsternekategorie, zu dem auch Sonesta in Oranjestad auf Aruba zählt, wird von
dem Schweizer Hotelmanager Matthias Kammerer geleitet. Die Hotelanlage liegt auf einem begrünten Areal direkt an einer Landzunge. Die Rezeption und das Foyer sind
im maurischen Stil gehalten. Wassersportmöglichkeiten und ein Fitness-Zentrum gehören ebenso zu den Faszilitäten wie ein Gourmet-Restaurant, das stets frisch zubereitete Caribbean Seafood anbietet.
Zur Kategorie Luxus/Komfort zählt auch das Malliuohana-Hotel, ebenfalls an einer Landzunge mit weitem Blick über das Karibische Meer gelegen. Das Malliuohana-Hotel (Malliuohana ist der ursprüngliche Name von Anguilla, der auf das Volk der Arawaks-Indianer zurückgeht) hat einen Grund für den Eintrag in das „Guiness-Buch der Rekorde“: ein wohl sortierter und exzellenter Weinkeller hat einen Fundus von 25 000 Kreszenzen aus 800 Weingütern. Mit diesen vinologischen Schätzen kann sich auch der von Patron Alan Gumbs gehütete, in Katakomben eingegrabene Weinkeller „Koalkeel“ in South Hill messen. Auch dort gibt es exzellente Weine (20 000 Bottles) aus renommierten Gütern.
Ein Ferien-Resort der gehobenen Kategorie ist auch der Carimar Beach Club, eine unkonventionelle, direkt am Meads Bay Beach gelegene Ferienanlage mit sechs Villen zur Selbstbewirtschaftung oder zur Beköstigung in einem nahe gelegenen Restaurant. Die Anlage wird bevorzugt von Honeymoonern, Entdeckern, Tauchern und Schnorchlern. Der Schweizer Rolf Masshardt leitet mit seiner Gattin das gediegene „La Sirena“, in einem wild wuchernden Gartenareal – mit Swimmingpool am Meer gelegen. Wer Konversation mit Einheimischen pflegen möchte, sollte es nicht versäumen, dem Open-Air-Restaurant „The English Rose“ (eine Verneigung an Prinzessin Diana) einen Besuch abzustatten. Hier gibt es eine von der
Chefin selbst zubereitete super-spicy piglegs-soup, Schweinefüßchen in klarer Brühe. Elegant ist das Anfang 2000 neu eröffnete Seafood-Restaurant „Sapphire“ im Osten der Insel. Ohne Taxi oder Mietwagen wird man selten auskommen, um alle Strände zu entdecken. Harald Clade


Anguilla, British-Westindies, nördlichste Insel „über dem Winde“ im karibischen Inselbogen. 18 Grad Nord, 63 Grad West. 26 Kilometer lang, fünf Kilometer breit, Fläche: 90 qkm. 36 Prachtstrände und kleinere Buchten an beiden Ozeanen, dem Atlantik und der Karibik.
Britische Kronkolonie. Seit 19. Dezember 1980 British Dependent Territory, Zwei-Parteien-System. Ein von der britischen Krone eingesetzter Gouverneur. Ministerpräsident und drei gewählte Minister.
Klima: Durchschnittstemperatur 28 bis 30 Grad; geringe Luftfeuchtigkeit, Passatwinde. Hauptreisezeit: Ende November bis Ende April. Von Mai bis November Nebensaison mit günstigen Preisen. Anguilla liegt im Hurrikan-Gürtel. Besonders stürmisch: Ende August und September.
Flug: Via Amsterdam mit KLM einmal wöchentlich nach St. Maarten/NL oder täglich von Paris mit Air France rund 8 Stunden. Von St. Juan/USA und Antigua eine Stunde. Fährverbindung von Marigot/St. Martin (F) nach Blowing Point: 20 Minuten alle dreißig Minuten (bis 19 Uhr). Transfer: 22 US-$+ 2US-$ Steuern.
Währung: Eastern Caribbean-$ oder US-$.
Informationen und Buchung: The Anguilla Tourist Board; Direktorin: Amelia Vanterpool-Kubisch (spricht gut Deutsch), Old Factory Plaza,
The Valley: Telefon: 8 00-5 53-49 39. Deutschlandvertretung: Anguilla Tourist Board, c/o Sergat Deutschland,
Rita Morozow, Im Güldenen Wingert 8 c, 64342 Seeheim/Hessen, Telefon: 0 62 57/96 29 20.
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