ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Chronisch entzündliche Darm­er­krank­ungen Mesalazin-Rektalschaum erleichtert Therapie

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Chronisch entzündliche Darm­er­krank­ungen Mesalazin-Rektalschaum erleichtert Therapie

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1411 / B-1177 / C-1101

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LNSLNS Am „Goldstandard“ der symptomatischen Therapie chronisch entzündlicher Darm­er­krank­ungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa – Corticosteroide, 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) – hat sich zwar nichts geändert. Die Akzeptanz rektaler Darreichungsformen dürfte jedoch erheblich steigen durch neue Schaumzubereitungen, die bequemer zu applizieren sind. Bei der Remissionserhaltung scheinen neben den bewährten Substanzen auch Präparate, die Mikroorganismen wie E. coli oder Hefen enthalten, nützlich eingesetzt werden zu können.
Als neue Therapieformen, sowohl bei der Therapie der symptomatischen Proktitis als auch der linksseitigen Colitis, hat Prof. Helmut Malchow (Leverkusen) Mesalazin- und Budesonid-Schaum vorgestellt, die rektal angewendet werden. Der Budesonid-Schaum weist nach Angaben von Dr. Karl Ziegler (Berlin) zwar weniger Nebenwirkungen als die entsprechenden Klysmen auf, schneidet nach seinen Erfahrungen jedoch schlechter ab als 5-ASA.
Mesalazinhaltiger Rektalschaum zeigt bei Proktosigmoitis eine gute proximale Migration; durch die – verglichen mit Klysmen – bequemere Applikation würde er bei den Patienten besser akzeptiert. In verschiedenen Studien habe sich der 5-ASA-Rektalschaum bei distaler Colitis den 5-ASA-Klysmen und – sowohl in der Akuttherapie als auch der Remissionserhaltung – den topischen Steroiden als überlegen erwiesen, erklärte Ziegler bei einer Veranstaltung der Firma Merckle im Rahmen des Internistenkongresses.
Therapiedauer einhalten
Voraussichtlich im Frühjahr 2002 wird das Unternehmen ein entsprechendes Produkt auf den Markt bringen (Claversal® Rektalschaum).
Wie Prof. Ulrich Klotz (Stuttgart), klinischer Pharmakologe, anmerkte, ist beim Rektalschaum eine Wirkung bis zur linken Flexur zu erwarten, das transverse Colon werde nicht erreicht. Ein M. Crohn des Rektums oder Sigmas sowie die Colitis ulcerosa in einer Ausdehnung bis zur linken Flexur gelten deshalb als Indikationen für die topische rektale Anwendung von 5-ASA-Schaum.
Aus praktischer Sicht zu beachten ist nach der Beurteilung von Malchow eine ausreichend lange Therapiedauer bei der Akuttherapie. Er empfahl dabei eine Behandlung vier Wochen über die Symptomfreiheit (kein Blut mehr im Stuhl) hinaus. Erst nach dieser Zeitspanne sei eine Dosisreduktion oder ein Absetzen der Medikation angezeigt. Le
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