ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Chronisch obstruktive Bronchitis: Therapie in vier Stufen

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Chronisch obstruktive Bronchitis: Therapie in vier Stufen

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1412 / B-1178 / C-1102

Bischoff, Angelika

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LNSLNS Für die Therapie der chronisch-obstruktiven Bronchitis gibt es inzwischen ähnliche Therapie-Richtlinien, wie sie für das Asthma bronchiale schon länger existieren. Sie wurden von der „Global Initiative for chronic obstructive lung diseases“ (GOLD) herausgegeben.
Die Richtlinien sind in vier Stufen aufgebaut, wie Dr. Helmut Teschler (Essen) bei einem Workshop der Firma GlaxoSmithKline anlässlich der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin in Wiesbaden ausführte:

Stufe 0 = COPD-Risiko:
c Obstruktive Symptome
c normale Ruhe-Spirometrie

Stufe 1 = leichte COPD:
c FEV1-Werte über 80 Prozent des Solls
c FEV1/FVC-Quotient weniger als 70 Prozent des Solls

Stufe 2 = mittelschwere COPD:
c FEV1-Wert 30 bis 80 Prozent des Solls
c FEV1/FVC-Quotient weniger als 70 Prozent des Solls

Stufe 3 = schwere COPD:
c FEV1-Werte unter 30 Prozent des Solls
c bei Patienten mit klinischer Rechtsherzinsuffizienz oder respiratorischer Insuffizienz unter 50 Prozent
c FEV1/FVC weniger als 70 Prozent des Solls
Die wichtigste und einzig ursächliche „Therapie“ ist und bleibt für alle Schweregrade, das Rauchen einzustellen. Auch eine jährliche Grippeschutzimpfung wird für alle Patienten empfohlen.
Die medikamentöse Therapie, die ab Stufe 1 indiziert ist, stützt sich vor allem auf inhalative Bronchodilatatoren. Beta-2-Mimetika wie Salmeterol (Serevent®) verbesserten dabei weniger die Lungenfunktion als vielmehr die Symptome, die körperliche Belastbarkeit und die Lebensqualität der Patienten, betonte Prof. Claus Vogelmeier (Marburg).
Inhalative Glucocorticoide wie Fluticason (Flutide®) kommen vor allem bei akuten Exazerbationen vorübergehend zum Einsatz. Langfristig sind sie auf Stufen 2 und 3 nur dann sinnvoll, wenn der FEV1-Wert in sechs bis zwölf Wochen um mindestens 200 ml und um 15 Prozent des Ausgangswertes zunimmt.
Der Effekt der Steroid-Therapie besteht vor allem darin, dass Häufigkeit und Schweregrad von akuten Exazerbationen abnehmen. Orale Glucocorticoide sind ausschließlich akuten Exazerbationen vorbehalten. Patienten auf Stufe 3 sollten über die Medikamente hinaus immer eine Sauerstofflangzeittherapie erhalten. Dr. med. Angelika Bischoff
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