ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Verordnung von Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie (Muster 14)

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Verordnung von Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie (Muster 14)

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1426 / B-1211 / C-1139

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LNSLNS 1. Die Verordnung erfolgt ausschließlich auf dem vereinbarten Vordruck. Der Vordruck muss vollständig ausgefüllt werden.
2. Vor der Erstverordnung einer Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie ist eine Eingangsdiagnostik notwendig. Bei der Eingangsdiagnostik sind störungsbildabhängig die im Kapitel IV Nr. 19 der Heilmittelrichtlinien aufgelisteten Maßnahmen durchzuführen, zu veranlassen oder zeitnah erhobene Fremdbefunde heranzuziehen.
Bei Nichterreichen des individuell angestrebten Therapiezieles ist eine weiterführende Diagnostik erforderlich, die entscheidungsführend ist für die gegebenenfalls notwendige Einleitung operativer, psychotherapeutischer oder rehabilitativer Maßnahmen beziehungsweise für die mögliche Beendigung oder Fortsetzung einer Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie.
3. Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie dürfen bei Kindern nicht verordnet werden, wenn an sich störungsbildspezifische sonderpädagogische/heilpädagogische Maßnahmen zur Beeinflussung einer Sprachstörung geboten sind. Sind sprachheilpädagogische Maßnahmen nicht durchführbar, dürfen Maßnahmen der Sprachtherapie nicht an deren Stelle verordnet werden. Neben sprachheilpädagogischen Maßnahmen darf die Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie nur bei entsprechender medizinischer Indikation verordnet werden.
4. Nach einer Erstverordnung gilt jede Verordnung zur Behandlung derselben Diagnose als Folgeverordnung. Dies gilt auch, wenn sich unter der Behandlung die Leitsymptomatik ändert und unterschiedliche Heilmittel zum Einsatz kommen. Sofern ein neuer Regelfall beginnt (vgl. Nr. 7), ist wieder mit einer Erstverordnung zu beginnen.
Das Feld „Behandlungsbeginn spätestens am“ ist nur auszufüllen, wenn die Behandlung nicht innerhalb von 14 Tagen nach Ausstellung der Verordnung begonnen werden soll.
5. Die Verordnung der Heilmittelerbringung außerhalb der Praxis des Therapeuten, insbesondere in Form eines Hausbesuches, ist ausnahmsweise nur dann zulässig, wenn der Patient aus medizinischen Gründen den Therapeuten nicht aufsuchen kann beziehungsweise wenn sie aus medizinischen Gründen zwingend notwendig ist.
6. Die gleichzeitige Verordnung mehrerer Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie ist nur dann ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich, wenn durch sie ein therapeutisch erforderlicher Synergismus erreicht wird.
7. Eine Verordnung von Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie im Regelfall liegt dann vor, wenn die Auswahl zwischen den im jeweiligen Abschnitt des Heilmittelkataloges angegebenen Heilmitteln getroffen wird und die dort festgelegten Verordnungsmengen je Diagnose nicht überschritten werden. Rezidive oder neue Erkrankungsphasen können die Verordnung von Maßnahmen der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie als erneuten Regelfall auslösen, wenn nach einer kontinuierlichen Heilmittelanwendung ein behandlungsfreies Intervall von mehr als 12 Wochen abgelaufen ist.
8. Sofern Einzeltherapie medizinisch nicht zwingend geboten ist, ist wegen gruppendynamisch gewünschter Effekte beziehungsweise im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes Gruppentherapie zu verordnen.
9. Die gleichzeitige Verordnung von Heilmitteln in der Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie, Physikalischen Therapie und Ergotherapie ist bei entsprechender Indikation zulässig.
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