ArchivDeutsches Ärzteblatt21/2001Verordnung von Maßnahmen der Ergotherapie (Muster 18)

BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Kassenärztliche Bundesvereinigung

Verordnung von Maßnahmen der Ergotherapie (Muster 18)

Dtsch Arztebl 2001; 98(21): A-1427 / B-1212 / C-1140

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LNSLNS 1. Die Verordnung erfolgt ausschließlich auf dem vereinbarten Vordruck. Der Vordruck muss vollständig ausgefüllt werden. In der Verordnung sind die Maßnahmen der Ergotherapie eindeutig zu bezeichnen.
Die Indikation für die Verordnung von Maßnahmen der Ergotherapie ergibt sich nicht aus der Diagnose allein, sondern nur dann, wenn die Schädigung/Funktionsstörung und/oder Fähigkeitsstörung eine Anwendung von Ergotherapie notwendig machen.
2. Nach einer Erstverordnung gilt jede Verordnung zur Behandlung derselben Diagnose als Folgeverordnung. Dies gilt auch, wenn sich unter der Behandlung die Leitsymptomatik ändert und unterschiedliche Maßnahmen der Ergotherapie zum Einsatz kommen. Sofern ein neuer Regelfall beginnt (vgl. Nr. 5), ist wieder mit einer Erstverordnung zu beginnen.
Das Feld „Behandlungsbeginn spätestens am“ ist nur auszufüllen, wenn die Behandlung nicht innerhalb von 14 Tagen nach Ausstellung der Verordnung begonnen werden soll.
3. Die Verordnung der Heilmittelerbringung außerhalb der Praxis des Therapeuten, insbesondere in Form eines Hausbesuches, ist ausnahmsweise nur dann zulässig, wenn der Patient aus medizinischen Gründen den Therapeuten nicht aufsuchen kann beziehungsweise wenn sie aus medizinischen Gründen zwingend notwendig ist.
4. Maßnahmen der Ergotherapie dürfen bei Kindern dann nicht verordnet werden, wenn an sich störungsbildspezifische heilpädagogische/sonderpädagogische Maßnahmen zur Beeinflussung geboten sind. Sind heilpädagogische oder sonderpädagogische Maßnahmen nicht durchführbar, dürfen Maßnahmen der Ergotherapie nicht an deren Stelle verordnet werden. Neben heilpädagogischen Maßnahmen darf die Ergotherapie nur bei entsprechender medizinischer Indikation verordnet werden.
5. Eine Verordnung von Maßnahmen der Ergotherapie im Regelfall liegt dann vor, wenn die Auswahl zwischen den im jeweiligen Abschnitt des Heilmittelkataloges angegebenen Heilmitteln getroffen wird und die dort festgelegte Verordnungsmenge je Diagnose nicht überschritten wird. Rezidive oder neue Erkrankungsphasen können die Verordnung von Maßnahmen der Ergotherapie als erneuten Regelfall auslösen, wenn nach einer kontinuierlichen Heilmittelanwendung ein behandlungsfreies Intervall von mehr als 12 Wochen abgelaufen ist. Heilmittel im Regelfall in der Ergotherapie können verordnet werden als
– vorrangiges Heilmittel
– optionales Heilmittel
– ergänzendes Heilmittel.
6. Die gleichzeitige Verordnung mehrerer Maßnahmen der Ergotherapie ist nur dann ausreichend, zweckmäßig und wirtschaftlich, wenn durch sie ein therapeutisch erforderlicher Synergismus erreicht wird.
7. Bei gegebener Indikation richtet sich die Auswahl der zu verordnenden Maßnahmen der Ergotherapie nach dem jeweils therapeutisch im Vordergrund stehenden Behandlungsziel.
– Vorrangig soll eine im Heilmittelkatalog als „vorrangiges Heilmittel“ (A) genannte Maßnahme zur Anwendung kommen.
– Ist dies aus in der Person des Patienten liegenden Gründen nicht möglich, kann alternativ ein im Heilmittelkatalog genanntes „optionales Heilmittel“ (B) verordnet werden.
– Zusätzlich zu einem „vorrangigen Heilmittel“ (A) oder „optionalen Heilmittel“ (B) kann ein im Heilmittelkatalog genanntes „ergänzendes Heilmittel“ (C) verordnet werden.
– Liegen bei derselben Diagnose mehrere gleichrangige Schädigungen/Funktionsstörungen/Fähigkeitsstörungen vor, ist dennoch lediglich die gleichzeitige Verordnung von maximal zwei Heilmitteln je Abschnitt des Heilmittelkataloges, ggf. mit dem zugehörigen ergänzenden Heilmittel, zulässig.
– Die gleichzeitige Verordnung eines „vorrangigen Heilmittels“ (A) und eines „optionalen Heilmittels“ (B) bei derselben Schädigung ist nicht zulässig.
– Die gleichzeitige Verordnung von Heilmitteln in der Ergotherapie, Physikalischen Therapie und Stimm-, Sprech- und Sprachtherapie ist bei entsprechender Indikation zulässig.
8. Sofern Einzeltherapie medizinisch nicht zwingend geboten ist, ist wegen gruppendynamisch gewünschter Effekte beziehungsweise im Sinne des Wirtschaftlichkeitsgebotes Gruppentherapie zu verordnen.
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