ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2001Gesundheitsreport: Psychosen nehmen zu

AKTUELL

Gesundheitsreport: Psychosen nehmen zu

Dtsch Arztebl 2001; 98(22): A-1433 / B-1217 / C-1145

Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Arbeitsunfähigkeit häufiger auf psychische Störungen zurückzuführen

Der Anteil von Fehlzeiten durch psychische Erkrankungen an allen krankheitsbedingten Arbeitsausfällen stieg innerhalb der letzten zehn Jahre von 5 auf 8,1 Prozent. Das ist ein Ergebnis des Gesundheitsreports 2001 der Gmünder Ersatzkasse (GEK).
Psychische Störungen werden zwar „nur“ bei 3,2 Prozent aller Fälle als Grund für Arbeitsunfähigkeit genannt, allerdings liegt die Dauer der Krankschreibung mit 33,5 Tagen deutlich höher als bei anderen Patienten(13,4 Tage).
Dies trifft auch auf den Klinikbereich zu, so Prof. Dr. med. Friedrich Wilhelm Schwartz, Direktor des Instituts für Sozialmedizin, Epidemiologie und Gesundheitssystemforschung (ISEG) der Medizinischen Hochschule Hannover und Vorsitzender des Sachverständigenrates für die Konzertierte Aktion im Gesundheitswesen. Während die durchschnittliche Liegezeit im Krankenhaus 10,3 Tage je Fall betrage, seien es bei Patienten mit psychischen Erkrankungen 27,4 Tage. Schwartz: „Damit entfielen im vergangenen Jahr auf die stationäre Behandlung psychischer Störungen mehr Leistungstage in Akutkrankenhäusern als auf die Behandlung von Krebserkrankungen.“
Die Diagnosen zeigen geschlechtsbezogene Unterschiede: Bei den Männern überwiegt der Alkoholmissbrauch, bei den Frauen dominieren affektive Störungen, darunter vor allem depressive Erkrankungsformen. Schizophrene und wahnhafte Störungen beträfen beide Geschlechter etwa gleich häufig.
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema