ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2001Unfälle: „Prävention ist ärztliche Aufgabe“

POLITIK: Deutscher Ärztetag

Unfälle: „Prävention ist ärztliche Aufgabe“

Dtsch Arztebl 2001; 98(22): A-1460 / B-1242 / C-1165

Richter, Eva A.

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LNSLNS Der 104. Deutsche Ärztetag forderte eine Stärkung von Prävention und Gesund­heits­förder­ung. Die Verhütung von Verletzungen und Unfällen sei eine originäre Aufgabe der Ärztinnen und Ärzte, da sie wie keine andere Berufsgruppe die Möglichkeit hätten, in gesundheitlichen Fragen auf die Bevölkerung einzuwirken. Mehr als 90 Prozent der Bevölkerung würden mindestens einmal im Jahr einen Arzt aufsuchen.
Um die Verletzungshäufigkeit in Deutschland wesentlich zu verringern, müsse jedoch die Aus- und Fortbildung der Ärzte auf diesem Gebiet, die Vergütung, die Zusammenarbeit mit anderen Berufsgruppen und die interdisziplinäre Forschung zu Ursachen von Unfällen verbessert werden. Gleichzeitig regte der Ärztetag an, ein nationales Unfallpräventionsprogramm zu starten. Dieses soll zur Entwicklung einer qualitätsgesicherten, einheitlichen Datenlage bezüglich des Unfallgeschehens beitragen und erfolgreiche, internationale Präventionsprogramme dokumentieren.
Der Leiter der Arbeitsgruppe „Prävention von Unfällen“ der Bundes­ärzte­kammer, Prof. Dr. phil. Johannes Siegrist, Leiter des Instituts für Medizinische Soziologie der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, stellte den Bericht „Verletzungen und deren Folgen – Prävention als ärztliche Aufgabe“ vor. Diesen hatte die Arbeitsgruppe auf Antrag des 102. Deutschen Ärztetages erstellt. Da es derzeit in Deutschland keine einheitlichen Daten für die unterschiedlichen Unfallarten und Altersgruppen gibt, stützt sich der 81 Seiten starke Bericht auf die Daten der Todesursachenstatistik, der Verkehrsunfallstatistik, der Krankenhausdiagnosenstatistik, die Unfallstatistiken der Unfallversicherungsträger und der Haus- und Freizeitunfallstatistik. Für das Kindes- und Jugendalter, das frühe und mittlere Erwachsenenalter und das höhere Lebensalter werden wesentliche Unfallquellen zusammengestellt und präventive Maßnahmen aufgezeigt. Danach haben Ärzte bei Patienten aller Altersgruppen Möglichkeiten, durch Anamnese (Erhebung des Sturzrisikos und häuslicher Unfallquellen für Säuglinge und Kleinkinder), Diagnostik (beispielsweise Fahrtüchtigkeit, Balance- und Mobilitätstest), Beratung und gezielte Medikation (zur Verringerung von Stürzen, Osteoporoseprävention, Hüftprotektoren) Unfälle wirksam zu vermeiden.
ER

Prof. Dr. phil. Johannes Siegrist, Universität Düsseldorf, erläuterte die Expertise „Verletzungen und deren Folgen – Prävention als ärztliche Aufgabe“.
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