ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1996Rauchen: Gesundheitspfennig für Beratungsstellen

SPEKTRUM: Leserbriefe

Rauchen: Gesundheitspfennig für Beratungsstellen

Stumpfe, K.-D.

Zu den Entschließungen des 99. Deutschen Ärztetages in Köln, veröffentlicht in Heft 25/1996
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LNSLNS In den Entscheidungen des Ärztetages 1996 wird die Erhebung eines Gesundheitspfennigs auf Tabakwaren empfohlen. Dem ist voll zuzustimmen. Abzulehnen ist dagegen, daß dieses Geld den Krankenkassen zur Krankenbehandlung zur Verfügung gestellt werden soll. Das würde bedeuten, daß die Raucher von diesem Geld nichts haben.
In Deutschland ist die Therapie für Alkohol-, Drogen-, Medikamenten- und sonstige Abhängigkeiten sehr gut flächendeckend in ambulanten und stationären Einrichtungen organisiert. Für die Raucher, die sich wegen der Gesundheitsschädlichkeit das Rauchen abgewöhnen wollen, stehen weder institutionelle Hilfen noch ausgebildete Nikotintherapeuten zur Verfügung. Wenn die Raucher schon etwas zahlen sollen, dann erstrangig für den Aufbau von Beratungsstellen und die Ausbildung von Therapeuten und weiterhin für die Aufklärung allgemein und besonders für die Herstellung von fachlichen schriftlichen Informationen über das Rauchen.
Es wäre den Rauchern gegenüber unverantwortlich, solange ihnen keine Hilfen angeboten werden, das Geld in einem großen Topf - nicht zweckgebunden - untergehen zu lassen. Da die Krankenkassen ihre Partikularinteressen verfolgen, sind sie nicht geeignet, Hilfsinstitutionen für die Raucher allgemein aufzubauen . . .
Prof. Dr. med. K.-D. Stumpfe, Forschungsstelle Rauchen und Nikotinabhängigkeit, Universitätsstraße 1, 40225 Düsseldorf
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