SPEKTRUM: Leserbriefe

Ethik: Dank

Bierbach, Jochen

Gedanken zur Euthanasie
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LNSLNS Dank sei der Leserbrief-Redaktion des DÄ, die sich nicht gescheut hat, die Zuschrift eines Leitenden Medizinaldirektors a. D. abzudrucken, der als Jungmediziner zumindest in unmittelbarer Nähe der SS ausgebildet wurde, Zeuge von Menschenversuchen war und nach einem "mit Anstand verbrachten Berufsleben als Arzt und Beamter" zu überlegen gibt, ob es nicht "moralisch gerechtfertigt" sei, an "Unmenschen zwangsweise wichtige medizinische Versuche vorzunehmen, auch wenn sie dabei sterben", wobei er jenen fanatisierten jüdischen Arzt im Auge hat, der vor zwei Jahren in einer Moschee in Hebron ein Blutbad anrichtete.
Der so verstandenen Intention des DÄ folgend, habe ich diesen Brief meinen Helferinnen und einem jüdischen Famulus vorgelesen, was begreiflicherweise zunächst einen gewissen Brechreiz auslöste, im übrigen jedoch Anlaß zu einer fruchtbaren Diskussion gab
l über die geistigen Quellen einer "Medizin ohne Menschlichkeit"
l über die bekannt gewordenen Versuche an Kriegsgefangenen und KZ-Häftlingen
l über die stereotype Selbstexkulpation der Beteiligten und der Zeugen ("Ich hatte den Mund zu halten")
l über das eingeschränkte Wahrnehmungsvermögen eines Zeitzeugen, dem zu dem Stichwort "Massenmörder" zwar der Name Haarmann, nicht aber Dr. Mengele - um nur einen von zahllosen anderen zu nennen - einfällt
l über die Bedeutung des Begriffes "Anstand" im nationalsozialistischen Sprachgebrauch unter besonderer Berücksichtigung einer Rede Himmlers vor Einsatzgruppen im Osten
l über einige wundersame, um nicht zu sagen: skandalöse, Medizinalkarrieren in Nachkriegsdeutschland . . .
Dr. med. Jochen Bierbach, Tibarg 44-48, 22459 Hamburg
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