ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2001Vergangenheit: Anmerkungen

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Vergangenheit: Anmerkungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(22): A-1489 / B-1269 / C-1192

Eckhardt, Heinz

Zu dem Beitrag „Ärztliche Praxis vor fünfzig Jahren: Bericht aus einer fernen Zeit“ von Dr. med. Wolfgang Dau in Heft 13/2001:
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LNSLNS Ganz abgesehen von durchaus richtigen Darstellungen, aber auch vorhandenen Übertreibungen der Zeit nach dem Krieg, möchte ich auf fachliche Äußerungen des Kollegen Dr. Dau hinweisen, die man nicht akzeptieren kann:
! Nach dem Krieg wurde der Bluthochdruck auch mit Aderlässen behandelt. Es hätte jedoch meines Erachtens kein Arzt gewagt – und es wäre auch völlig kontraindiziert gewesen –, dazu mit „einer am Ende stumpfwinkligen abgebogenen Kanüle in die Lendenarterie hineinzustoßen“. Es war durchaus üblich, die Ellenbeugevene bei einem Aderlass zu benutzen.
! In den Jahren nach 1954 bestand bereits eine Schwangerschaftsfürsorge. Eitrig zerfallende Brustkrebsformen habe ich während meiner Tätigkeit niemals gesehen. Ich darf insbesondere darauf hinweisen, dass bereits seit Anfang der Fünfzigerjahre eine von den Gesundheitsämtern organisierte Krebsvorsorge (mit Kolposkop) in den Dörfern durchgeführt wurde.
! Die Therapie einer Uterusatonie nach der Entbindung mit Auflage eines „Bügeleisens der alten Sorte, schwer, aus Gusseisen und kalt“, erscheint mir mehr als abenteuerlich. Ich kann mir nicht erklären, woher dem Kollegen die „rettende Erinnerung“ kam, diese Behandlung zu benutzen, nachdem er versucht hatte, „alles zu tun, was man in derartigen Fällen tun muss“. Die Therapie einer Uterusatonie nach der Entbindung besteht im Katheterisieren der Harnblase und im nachfolgenden Credéschen Handgriff. Im Übrigen gab es durchaus Medikamente zur Kontraktion des Uterus.
OMR Dr. med. Heinz Eckhardt, Halberstädter Chaussee 24, 39116 Magdeburg
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