ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2001Pränataldiagnostik: Auf Beratungsmöglichkeit hinweisen

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Pränataldiagnostik: Auf Beratungsmöglichkeit hinweisen

Dtsch Arztebl 2001; 98(22): A-1490 / B-1270 / C-1193

Lutz, Eva-Maria

Zu dem Beitrag „Keine Pränataldiagnostik ohne umfassende Beratung“ von Dipl.-Psych. Axel Dewald und Prof. Dr. med. Manfred Cierpka in Heft 13/2001:
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LNSLNS Als „Pro Familia“-Beratungsstelle, die genau die von Ihnen geforderte psychosoziale Beratung vor, während und nach pränataler Diagnostik anbietet, haben auch wir den Eindruck, dass die Gynäkologen und Gynäkologinnen leider zu selten auf diese Beratungsmöglichkeit hinweisen. Diejenigen Frauen, die bei uns anrufen, bevor sie sich und ihr Ungeborenes einer solchen Untersuchung unterziehen, kennen uns meistens aus anderer Quelle. Diejenigen, die von den untersuchenden Ärzten geschickt werden, sind die, die unvorbereitet und fassungslos von einem positiven Befund getroffen werden – nachdem ihnen die Untersuchung als „Routinemaßnahme“ und „zur Beruhigung“ angeboten worden ist. Und meistens erfahren sie dann immer noch nicht von der Beratungsmöglichkeit. Sie werden lediglich auf Nachfrage an ihren Arzt, bei wem sie eventuell den späten Schwangerschaftsabbruch durchführen lassen könnten, darauf hingewiesen, dass Pro Familia Adressen haben könnte. Allerdings sind die meisten Paare sehr dankbar, wenn man ihnen am Telefon einen Termin für die persönliche Beratungsmöglichkeit anbietet und sie nicht wiederum mit Adressen abspeist und mit ihrem Befund allein lässt.
Befriedigender für alle Beteiligten wäre es auf jeden Fall, wenn die Gynäkologen generell jede werdende Mutter beziehungsweise jedes werdende Elternpaar im Vorfeld der pränatalen Diagnostik auf ihr Recht auf psychosoziale Beratung aufmerksam machen würden. Dann könnten die Paare ohne Termindruck und Entscheidungszwang in Ruhe überlegen, ob sie sich dem Ergebnis einer pränatalen Diagnostik aussetzen möchten, wie sie mit dem Wissen einer eventuellen Behinderung des Ungeborenen umgehen würden und ob es für sie und das Ungeborene Konsequenzen haben könnte.
Eva-Maria Lutz, Pro Familia, Türkenstraße 103, 80799 München
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