ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2001Mit hundert war ich noch jung

VARIA: Bücher

Mit hundert war ich noch jung

Dtsch Arztebl 2001; 98(22): A-1493 / B-1273 / C-1195

Wenzel-Orf, Harald

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Im 19. Jahrhundert geboren
Harald Wenzel-Orf: Mit hundert war ich noch jung. Die ältesten Deutschen. Mit einem Essay von Günter Kunert. Econ Verlag, München, 2000, 222 Seiten, gebunden, mit Schutzumschlag, 58 DM
Dass die Menschen in Deutschland immer älter werden, ist nichts Neues. Harald Wenzel-Orf hat die 50 ältesten Deutschen besucht, von denen der Jüngste auf hundert Lebensjahre zurückblickt.
Der Weimarer Autor und Fotograf hatte Mühe, diese Menschen zu finden. Schließlich leben sie über das ganze Land verteilt, und der Datenschutz hat die Suche zusätzlich erschwert. Mithilfe des Bundespräsidialamtes und der Staatskanzleien vieler Bundesländer gelang es ihm, die über Hundertjährigen aufzuspüren und den Leser an ihren Erfahrungen und Weisheiten teilhaben zu lassen. Vor allem die Vitalität der alten Menschen ist beeindruckend: Der 106-jährige Heinrich Wißner macht immer noch den täglichen Spaziergang über sein Grundstück, und Kurt Ost arbeitet mit 104 Jahren sogar noch jeden Tag an den Maschinen seiner Druckerei. „Mit hundert war ich noch jung“, sagt er.
Bilder von der Einschulung um die Jahrhundertwende, neunzig Jahre alte Hochzeitsfotos und ausdrucksstarke Porträtaufnahmen illustrieren die unterschiedlichen Lebensläufe. Diese Menschen können die letzten 100 Jahre besser beschreiben als manches Geschichtsbuch. Sie schildern die Kaiserzeit, die Weimarer Republik und das Dritte Reich aus der Sicht einfacher Menschen, deren Leben durch den Lauf der Geschichte geprägt wurde.
Angst vor dem Tod haben sie ebenso wenig wie ein Patentrezept für das Altwerden. Der Genuss darf jedenfalls trotz eines arbeitsreichen Lebens nicht zu kurz kommen. In den faltigen Gesichtern der alten Menschen lässt sich viel über ihr Leben erfahren, und ihre Geschichten machen nachdenklich, aber bringen den Leser auch zum Schmunzeln: Denn der Humor der über 100-Jährigen ist einmalig.
Philip Jürgens
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