ArchivDeutsches Ärzteblatt22/2001Dinatriumcromoglicin: Besonders wirksam bei Anstrengungsasthma

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Dinatriumcromoglicin: Besonders wirksam bei Anstrengungsasthma

Dtsch Arztebl 2001; 98(22): A-1496 / B-1271 / C-1139

Bischoff, Martin

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LNSLNS Asthma bronchiale und anstrengungsinduziertes Asthma treten im Kindesalter zwar häufig gemeinsam auf, sind aber dennoch „zwei paar Stiefel“, wie Prof. Ulrich Cegla (Dernbach) bei einer Pressekonferenz des Unternehmens Aventis Pharma ausführte. Ein wichtiger klinischer Hinweis darauf ist, dass inhalative Steroide zwar ein „normales“ Asthma sehr wirksam kontrollieren, aber etwa 55 Prozent der Kinder auch unter einer hoch dosierten inhalativen Dauertherapie mit 800 µg Budesonid weiter an Belastungsasthma leiden.
Symptome treten bevorzugt bei kalter, trockener Luft auf
Noch ist nicht geklärt, wie Belastungsasthma entsteht. Aber eine der beiden diskutierten Hypothesen passt gut zu der Beobachtung, dass eine inhalative Steroidtherapie ein Belastungsasthma nicht komplett unterdrücken kann, wie Cegla erläuterte: Husten
und Atemnot als Symptome eines Belastungsasthmas entwickeln sich bevorzugt beim Sport in kalter, trockener Luft. Eingeatmet, nimmt diese die Feuchtigkeit aus dem Bronchialbaum auf, die periziliäre Flüssigkeit verdunstet, sodass der osmotische Druck steigt. Zellen, die dem nicht standhalten können – das sind vor allem Mastzellen – setzen entzündliche Mediatoren frei, die eine Bronchialkonstruktion bewirken.
Diese zentrale Rolle der Mastzellen würde auch erklären, warum gerade der Mastzellstabilisator Dinatriumcromoglicin (DNCG) bei Anstrengungsasthma sowohl präventiv als auch therapeutisch am besten hilft. „Je länger DNCG gegeben wird, desto besser wird der Effekt gegen das Belastungsasthma“, sagte Cegla. Während in der Dauertherapie eine Tagesdosis von 10 bis 20 mg DNCG zu empfehlen ist, genügt als unmittelbarer Schutz vor einer körperlichen Belastung 1 mg DNCG. Die Wirkung hält fünf Stunden an.
Eine Vorbehandlung mit kurz wirksamen Beta-2-Agonisten verhindert ein Belastungsasthma dagegen nicht zuverlässig, da die Symptome auch noch Stunden nach Ende der Belastung auftreten können. DNCG in fixer Kombination mit Reproterol (Aarane®) bringt überadditive Effekte – sowohl auf die Histaminausschüttung von Mastzellen als auch in der Bronchospasmolyse.
Dass die Kombination von DNCG und Reproterol auch in der Prävention von Belastungsasthma wirksamer ist als beide Einzelsubstanzen, geht aus der ersten Zwischenauswertung einer Studie hervor. Alle drei Therapieoptionen seien in dieser Studie über fünf Tage eingesetzt worden, berichtete Dr. Hans Werner Voß (Köln).
Der Leukotrienantagonist Montelukast hat nach Einschätzung von Cegla hinsichtlich seiner Wirkung auf das Belastungsasthma bisher enttäuscht. Im Rahmen einer Vergleichsstudie konnte für Montelukast kein signifikanter Effekt belegt werden, während eine mehrtägige Therapie mit der Kombination DNCG/Reproterol einen vollständigen Schutz vor Anstrengungsasthma brachte.
Martin Bischoff
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