ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1996Herr Flucht auf der Flucht

SPEKTRUM: Bücher

Herr Flucht auf der Flucht

Pedersen, Anne

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LNSLNS Kinderbuch
Hilfsbereiter Räuber
Anne Pedersen: Herr Flucht auf der Flucht. 28 Seiten, Oetinger Verlag, Hamburg, 1996, 16,80 DM
Herr Flucht, die Titelfigur in Anne Pedersens Erstlingswerk, hat Pech gehabt. Nach einem mißglückten Banküberfall ist er im Gefängnis Gitterhausen gelandet. Wie er sich dort fühlt, zeigen die überwiegend schwarzweiß gehaltenen Bilder sehr deutlich. Es ist langweilig, und er hat viel zu wenig frische Luft. Kein Wunder, daß Herr Flucht darüber nachdenkt, wie er wieder aus dem Gefängnis rauskommen kann. Eines Nachts nimmt er seinen Löffel, löst einen Stein aus dem Fußboden und beginnt zu graben. Er begegnet auf seiner Ausbruchsexpedition interessanten Leuten. Schließlich landet er in der Hölle. Keiner kann ihm aber sagen, wo es zum Ausgang geht, und der Teufel hilft ihm natürlich erst recht nicht. Und das Ende vom Lied? Irgendwann trifft Herr Flucht in einem unterirdischen Gang auf einen Bankräuber, der sich mit Sprengstoff gerade den Weg zum Tresor einer Bank bahnt. Dort warten allerdings schon die Polizisten auf das Gangsterduo. Wer jetzt aber denkt, Herr Flucht wäre enttäuscht über diesen Ausgang, der irrt sich. Der Ausbrecher ist froh, wieder in seiner Gefängniszelle zu sitzen. Anne Pedersen hat das Bild eines sympathischen und hilfsbereiten Räubers gezeichnet, mit dem man fast Mitleid haben muß. Ob es allerdings so eine gute Idee war, die Hölle und den Teufel mit einzubeziehen, mag dahingestellt bleiben. Die Eltern sollten sich in jedem Fall auf Fragen ihrer Sprößlinge einstellen.
Gisela Esser,
Flacht
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