ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2001Migränetherapie oral: Lysinacetylsalicylat und Metoclopramid

POLITIK: Medizinreport

Migränetherapie oral: Lysinacetylsalicylat und Metoclopramid

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): A-1530 / B-1302 / C-1218

Koch, Horst J.; Raschka, Christoph

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LNSLNS Die schnelle, zuverlässige und gut verträgliche Therapie der Migräneattacke ist für die Patienten von großer Bedeutung. Eine allgemein nicht so bekannte orale Formulierung stellt im Vergleich zu reiner Acetylsalicylsäure das 275fach wasserlöslichere und entsprechend rascher verfügbare Lysinsalz dar, das sogar in einer passenden 1 000-mg-Dosierung vorhanden ist. In einer vergleichenden Studie (Abstract European Journal of Clinical Pharmacology 1999; 55 [3] A 21) konnten wir zehn Minuten nach der intravenösen Gabe von 500 mg Lysinacetylsalicylat und der Einnahme von 1 000 mg Lysinacetylsalicylat vergleichbare mediane Konzentrationen (13 mg/l) nachweisen. Tfelt-Hansen et al. (Lancet 1995; 346: 923–926) haben bei 421 Migräne-Patienten belegt, dass die Kombination von oralem Lysinacetylsalicylat (900 mg ASS-Äquivalent) und 10 mg Metoclopramid ebenso wirksam war wie Sumatriptan und darüber hinaus in der Behandlung der Übelkeit besser wirkte
(p < 0,0001) und diese Medikation auch besser vertragen wurde.
Die orale Kombination von Lysinacetylsalicylat und Metoclopramid erscheint daher nicht zuletzt unter dem Kosten-Nutzen-Aspekt als eine echte Alternative zu der parenteralen Applikation in der Therapie der Migräneattacke.
Dr. med. Dr. rer. nat. Dr. Christoph Raschka
Dr. med. Dr. rer. nat. Horst J. Koch

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