ArchivDÄ-TitelSupplement: PRAXiSPraxis Computer 3/2001England fördert elektronische Krankenakte

Supplement: Praxis Computer

England fördert elektronische Krankenakte

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): [7]

BN

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LNSLNS m Bis zum Jahr 2005 sollen Patienten des staatlichen Gesundheitsdienstes NHS (National Health Service) in England die Möglichkeit erhalten, in Arztpraxen, Krankenhäusern und speziell dafür eingerichteten Informationszentren mittels einer Chipkarte Einsicht in ihre elektronische Krankenakte zu nehmen. Dazu wurde vom britischen Ge­sund­heits­mi­nis­terium ein Programm zur Einführung elektronischer Krankenakten (Electronic Health Record Scheme – EHR) gestartet.
Mithilfe einer elektronischen Chipkarte erhält der Patient Zugang zu seiner Krankengeschichte und kann Einsicht nehmen in Untersuchungsbefunde, verordnete Medikationen, Aufzeichnungen zu Allergien und zu den wahrgenommenen Arztterminen.
Patienten können ihren Willen hinsichtlich der Verwendung ihrer Organe für eine Organspende in die elektronischen Unterlagen aufnehmen lassen. Die gesicherten Aufzeichnungen dürfen nur von autorisiertem Personal aktualisiert werden. Innerhalb der kommenden drei Jahre werden die Krankenakten von zunächst fünf Millionen Patienten in das elektronische Format übertragen, im Jahr 2004 sollen die medizinischen Daten von 25 Millionen Patienten in elektronischer Form verfügbar sein und ein weiteres Jahr später schließlich die Daten der gesamten Bevölkerung Englands.
Im Rahmen des EHR-Programms soll auch die elektronische Infrastruktur für telemedizinische Anwendungen bereitgestellt werden, die zum Beispiel dem Hausarzt bei der Untersuchung eines Patienten in seiner Praxis die Telekonsultation eines Facharztes ermöglicht. Künftig wird der Arzt über das System auch direkt einen Krankenhaustermin für seinen Patienten vereinbaren können.
Das Programm mit einem Kostenvolumen von 700 Millionen Pfund wird vor allem für die Notfallversorgung Vorteile bringen, denn unabhängig davon, in welches Krankenhaus ein Patient eingeliefert wird, sind die wichtigsten medizinischen Patientendaten für Ärzte des staatlichen Gesundheitsdienstes im Notfall jederzeit verfügbar. Auch geht man davon aus, dass sich auch die Behandlung der Patienten beschleunigen lässt, wenn die vollständigen Unterlagen zur gesamten Krankengeschichte stets vorliegen und bei Bedarf eingesehen werden können.
Bis zum Ende des Jahres 2002 soll das klinische Personal des staatlichen Gesundheitsdienstes neben Internet- und Intranet-Zugängen auch die Möglichkeit zur Nutzung von E-Mail und Online-Informationsdiensten erhalten. In den letzten zwei Jahren hat die Regierung bereits 214 Millionen Pfund in die Modernisierung der Informationssysteme des staatlichen Gesundheitsdienstes in England investiert. Auch in Schottland und Wales wird an der Einführung neuer Systeme für die dortige Bevölkerung gearbeitet. BN
Informationen: Department of Health, Richmond House, 79 Whitehall, London, SW1A 2NS, Großbritannien, Internet: www.doh.gov.uk
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