ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1996Milliardendefizit in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung

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Milliardendefizit in der gesetzlichen Kran­ken­ver­siche­rung

afp; Korzilius, Heike

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LNSLNS BONN. Die gesetzlichen Krankenkassen müssen nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit für das erste Halbjahr 1996 schätzungsweise ein Defizit von rund 7,3 Milliarden DM ausweisen. Davon entfallen 5,7 Milliarden DM auf die alten und 1,6 Milliarden DM auf die neuen Bundesländer (siehe auch "seite eins").
Im Vergleich zum ersten Halbjahr 1995 stiegen die Kosten für die ärztliche Behandlung um 2,6 Prozent im Westen und 3,4 Prozent im Osten. Die Ausgaben für Arzneimittel wuchsen um 8,2 Prozent im Westen und 9,7 Prozent im Osten. Für Heil- und Hilfsmittel wurden im Westen 8,1 und im Osten 13,7 Prozent mehr Geld ausgegeben. Die größten Steigerungsraten betreffen in Westdeutschland die Gesund­heits­förder­ung mit 16,7 Prozent und die Ausgaben für die Häusliche Krankenpflege (22 Prozent) sowie für Betriebs- und Haushaltshilfen (18,2 Prozent). Lediglich die Kosten für die Krankenhausbehandlung sanken im alten Bundesgebiet leicht um 1,3 Prozent. In Ostdeutschland stiegen sie hingegen um 5,9 Prozent.
Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter Horst Seehofer machte die Krankenkassen für das Defizit verantwortlich. Die Spitzenverbände der gesetzlichen Krankenkassen haben diese Vorwürfe zurückgewiesen. Sie vertreten die Auffassung, daß die Kostenverschiebung von der Arbeitslosen- und Rentenversicherung in die gesetzliche Kran­ken­ver­siche­rung sowie die erfolglosen Reformversuche der Bundesregierung für das Defizit verantwortlich sind. Sie erneuerten ihre Forderung nach einem globalen Ausgabenbudget. afp/HK
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