ArchivDeutsches Ärzteblatt38/1996Arzneimittelbudget: KBV kritisiert Kassenforderung

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Arzneimittelbudget: KBV kritisiert Kassenforderung

KBV; Rieser, Sabine

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LNSLNS KÖLN. Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hat den Spitzenverbänden der Krankenkassen vorgeworfen, mit der überstürzten Vorlage unstimmiger Verordnungsdaten eine ordnungsgemäße Patientenversorgung massiv zu gefährden. Hintergrund: Die Kassen wollen für Überschreitungen des Arznei- und Heilmittelbudgets 1995 rund 870 Millionen DM von den niedergelassenen Ärzten verlangen. Zwar blieben die entsprechenden Ausgaben 1995 bundesweit um 1,8 Milliarden DM unter dem Budget. Doch weil die Budgets in einzelnen KV-Bereichen überschritten wurden, soll Regreß geleistet weden. Betroffen sind nach Darstellung des Bundesverbandes der Betriebskrankenkassen Ärztinnen und Ärzte in Mecklenburg-Vorpommern, Nordbaden, Thüringen, Sachsen, Niedersachsen, Südwürttemberg, Brandenburg, Südbaden und Bayern.
Der 2. Vorsitzende der KBV, Dr. med. Peter Schwoerer, erklärte hierzu: "Die Kassenärzte haben die Krankenkassen in den letzten 18 Monaten beinahe wöchentlich um die Übermittlung der Verordnungsdaten gebeten." Es komme einer Aufkündigung der Vertragspartnerschaft gleich, wenn nun völlig unplausible "Schlußrechnungen" präsentiert werden. Die Kassen könnten nicht erwarten, daß ihnen angesichts ihres unzureichenden Datenmanagements geglaubt werde.
Die KBV befürchtet den Zusammenbruch der Arznei- und Heilmittelversorgung in mindestens sechs Ländern für den Rest des Jahres 1996. Wenn man die Kassenzahlen für 1995 mit den Hochrechnungen des Bun­des­ge­sund­heits­mi­nis­ter­iums zusammenführe, müsse man davon ausgehen, daß die Budgets 1996 teilweise bereits ausgeschöpft seien. KBV/Rie
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