ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2001Biomedizin: Ärgerlich - Falsche Darstellungen

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Biomedizin: Ärgerlich - Falsche Darstellungen

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): A-1543 / B-1299 / C-1215

Zum Beitrag „Die Politik steht vor der Quadratur des Kreises“, mit Auszügen aus dem Buch „Politik des Lebens – Politik des Sterbens“ von Andreas Kuhlmann in Heft 11/2001:
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LNSLNS Um Missverständnissen vorzubeugen: Mir ist sehr wohl bewusst, dass es noch immer bei uns in Deutschland kritische Auseinandersetzung mit diesem Thema gibt. Zum Ärgernis wird es aber dann, wenn die Kritik mit verzerrenden beziehungsweise falschen Darstellungen beginnt. Schlicht falsch ist es, wenn der Autor so tut, als ob Hirntoddiagnostik auf dem Operationstisch erfolge, abgesehen davon, dass mit der Art der Diagnostikdarstellung Emotionen geschürt werden. Falsch ist, dass der Patient für „hirntot erklärt“ wird. Mit gutem Grund gibt es im Deutschen den Unterschied zwischen „Feststellung des Todes“ als einer Diagnose und das „Für-tot-Erklären“ nach langjährigem Vermisstsein. Auch gibt man den Patienten dann nicht zur „Explantation frei“, sondern erst nach der Feststellung des Todes beginnen die Maßnahmen für eine mögliche Organspende einschließlich der Klärung des Willens des Verstorbenen.
Später wird dann bei dem Regelungsbedarf durch die Politik der Eindruck erweckt, als ob es noch kein Transplantationsgeetz in Deutschland gäbe. Da fragt man sich schon, warum ein Autor, der Germanistik und Philosophie studiert hat, es nicht als ethische Verpflichtung ansieht, sich über die Fakten seines Themas authentisch zu informieren und sie sachlich darzustellen. Man wundert sich allerdings erst recht, dass „das Organ der Ärzteschaft“ es für richtig hält, unkritisch einen solchen Auszug zu drucken.
Prof. Dr. med. Dr. h. c. F. W. Eigler, Sundernholz 13, 45134 Essen
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