ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2001DRGs: DRG und noch kein Ende

BRIEFE

DRGs: DRG und noch kein Ende

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): A-1544 / B-1317 / C-1231

Kobes, Rainer

Zu der Meldung „Fünf Millionen für Umsetzung – ein DRG-Institut wird gegründet“ in Heft 11/2001:
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...
LNSLNS Es ist wie „zu alten Zeiten“: Sprüche aus der totgeglaubten DDR werden wieder wach. „Wir wissen nicht, was wir tun, aber das mit ganzer Kraft!“ DRG – keine Arbeitsgrundlage, keine Software, kein Ziel außer dem einen: an einem Ast sägen, auf dem man sitzt. DRG – noch für die meisten ein Fremdwort, wird schon als Albtraum in einem Psychothriller gehandelt. Oder als Damoklesschwert des Stationsarztes einer schon eingetretenen Zukunft?
Nehmen wir als Beispiel die Tätigkeiten eines (noch) jungen, dynamischen Arztes einer internistischen Abteilung:
- Stundenlange Codierungen von DRG und OPS, einer Sprache, die keiner spricht und die dennoch ständig falsch ausgesprochen und gedeutet wird.
-ungeschützt mit dem Datenschutz kollidieren lassen.
- Einsatz in einer Funktionsdiagnostik, in der im Minutentakt Patienten „abgearbeitet“ werden.
- Visite auf einer 38-Betten-Station, während der jede Patientenfrage als störend empfunden wird.
- Nach den Vorgaben eines unrealistischen Arbeitszeitgesetzes maximal acht Dienste im Monat absolvieren, die früh zum Heimgehen zwingen, obwohl da Arbeit liegen bleibt, die entweder aufgrund ihrer Menge oder ihrer Qualifikation von niemandem übernommen werden kann. Aber die (fade) Hoffnung auf die „Errungenschaften“ eines höchstrichterlichen Spruches aus dem Europäischen Gerichtshof bleibt ja noch.
Aus dem politisch-bürokratischen Dilemma hilft nur noch ein Rezept: Man nehme besagten Stationsarzt und klone ihn gehalts- und kostenneutral. Aber bitte ohne Ethos und Seele!
Dr. med. Rainer Kobes, Werdauer Straße 139, 08060 Zwickau
Anzeige

Leserkommentare

E-Mail
Passwort

Registrieren

Um Artikel, Nachrichten oder Blogs kommentieren zu können, müssen Sie registriert sein. Sind sie bereits für den Newsletter oder den Stellenmarkt registriert, können Sie sich hier direkt anmelden.

Fachgebiet

Zum Artikel

Anzeige

Alle Leserbriefe zum Thema