BRIEFE

DRGs: Ärzteverachtend

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): A-1544 / B-1317 / C-1231

Wunderlich, Eckart

Zu der Meldung „Fünf Millionen für Umsetzung – ein DRG-Institut wird gegründet“ in Heft 11/2001:
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LNSLNS Wenn 2001 bei 16 Millionen Stationärpatienten 0,30 DM veranschlagt werden, so sind das 4,8 Millionen DM. Wenn daneben 3,5 Millionen DM für ein DRG-Institut und weitere 1,5 Millionen für Fremdaufträge eingeplant werden, so ergeben sich 9,8 Millionen. Aber auch wenn man von 10 Millionen DM ausgeht, bleibt es eine Milchmädchenrechnung. Glaubt denn tatsächlich irgendjemand, dass die enorme ärztliche Verschlüsselungsarbeit sich mit 30 Pfennig/Patient ausgleichen ließe? Die ärzteverachtende Rechnung kann doch nur deshalb so angestellt werden, weil sich alle daran gewöhnt haben, dass es ärztliche Leistung zum Nulltarif gibt, weil fast alle Ärzte im Krankenhaus weit über ihre Arbeitszeit hinaus unbezahlt arbeiten, fast ohne Murren. Wie sich aber Verschlüsselungsarbeit aus dem ärztlichen Ethos, das uns allein bei der Stange hält, ergibt, müsste uns noch erklärt werden. Würde man eine ehrliche Rechnung aufmachen, so wären die Kosten ein Vielfaches von den 10 Millionen, und ob sich dann die Einführung eines solchen Systems noch wirtschaftlich rechnet, bleibt sehr fraglich.
Dr. med. habil. Eckart Wunderlich, Friedrichstraße 39, 01067 Dresden
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