ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2001Therapie von Basaliomen der Lidregion: Schlusswort

MEDIZIN: Diskussion

Therapie von Basaliomen der Lidregion: Schlusswort

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): A-1567 / B-1328 / C-1187

Esser, Peter

zu dem BeitragvonPriv.-Doz. Dr. med. Peter EsserProf. Dr. med. Walter Konenin Heft 1–2/2001
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LNSLNS Es liegt in der Natur der Sache, dass die Behandlung von Tumoren immer zu Diskussionen zwischen Strahlentherapeuten und Chirurgen führt. Wir bezweifeln nicht, dass die Strahlentherapie aufgrund ihrer substanzschonenden Wirkung einen Stellenwert im Bereich der Behandlung von Hauttumoren hat. Strahlentherapie im Lidbereich ist hier jedoch gesondert zu betrachten. So ist es sicher zweifelhaft, die Validität einer Methode anhand einer Literatursuche zu belegen. Ergänzt man die Suchbegriffe „basalioma and radiotherapy“ um den Ausdruck „lid“ (dem eigentlichen Thema des Artikels), so verbleiben nur noch 13 Literaturstellen, von denen die jüngste etwa zehn Jahre zurückliegt. Es wird von den Kollegen Guttenberger und Frommhold postuliert, dass die fraktionierte Bestrahlung die genannten Probleme der Strahlentherapie bei den vorliegenden Studien vermindert hätte und zu einer weiteren Verminderung der Rezidivrate führen könnte. Vielleicht könnte hier eine entsprechend randomisierte Studie weiterhelfen. Bei systematischen Feldrandbiopsien sehen wir jedoch nicht nur das Problem der Tiefenausdehnung, sondern auch die Wahl der Biopsiestellen. Bei einem nicht kontinuierlichen Schnittrand ist gerade bei sklerodermiformen Basaliomen die Gefahr einer Unterschätzung der Tumorausdehnung sehr groß. Wie in dem Leserbrief ausgeführt wird, ist in der randomisierten Studie von Avril et al. die Heilungswahrscheinlichkeit der Chirurgie nur aufgrund der optimalen Zusammenarbeit zwischen Chirurg und Pathologe der Strahlentherapie überlegen. Wir interpretieren diese Aussage als klare Befürwortung des chirurgischen Vorgehens, allerdings nur in Institutionen, in denen eine solche Zusammenarbeit gewährleistet ist. Eine neuere retrospektive Studie belegt übrigens die geringe
Rezidivrate bei optimaler chirurgischer Vorgehensweise. So konnten Spraul und Mitarbeiter (1) zeigen, dass bei histologisch gesicherter kompletter Entfernung des Tumors nur in 2,3 Prozent der Fälle ein Rezidiv auftrat. Unser Konzept für die Behandlung von Basaliomen der Lidregion bleibt daher die vollständige chirurgische Entfernung mittels histologischer Kontrolle (Schnelleinbettung).
Eine Bewertung der Chlor-Zink-Ätzung bei Basaliomen der Lidregion ist uns nicht möglich, da eigene Erfahrungen hierzu nicht vorliegen. Es bleibt das grundsätzliche Problem, dass eine vollständige Tumorentfernung insbesondere in der Tiefe nicht gesichert ist. Die von Herrn Höfling dargestellte gute Heilungstendenz ohne Transplantation spricht dafür, dass es sich bei diesen Tumoren wahrscheinlich um oberflächliche Hautveränderungen ohne Beteiligung der tieferen Schichten handelte. Diese Tumoren sind aber chirurgisch mit der zusätzlichen Gewissheit der vollständigen Entfernung sehr gut zu behandeln.
Literatur
1. Spraul CW, Ahr WM, Lang GK: Clinical and histologic features of 141 primary basal cell carcinomas of the periocular region and their rate of recurrence after surgical excision. Klin Monatsbl Augenheilkd 2000; 217 (4): 207–214.

Priv.-Doz. Dr. med. Peter Esser
Zentrum für Augenheilkunde der Universität zu Köln
Joseph-Stelzmann-Straße 9, 50924 Köln

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