ArchivDeutsches Ärzteblatt23/2001Hochherziges Geschäftsgebaren

VARIA: Schlusspunkt

Hochherziges Geschäftsgebaren

Dtsch Arztebl 2001; 98(23): [80]

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LNSLNS Von seiner Versicherung, der DBV-Winterthur, erhielt Dr. med. Christoph Staewen die Mitteilung, dass sein Versicherungsschutz (Unfallversicherung) zum
1. Oktober endet. Die Begründung: Der Vertrag könne über das
75. Lebensjahr hinaus zu den vereinbarten Bedingungen und Beiträgen nicht fortgeführt werden. Dazu nahm Staewen Stellung:


Sehr geehrtes Kundendienst-Team!

Haben Sie herzlichen Dank für Ihren wohldurchdachten umseitigen Brief, in welchem Sie mir, Ihrem Kunden seit Jahrzehnten, zunächst zu meinem vorgerückten Alter gratulieren (leider ohne persönliche Unterschrift) und mir dann in nobler Art mitteilen, dass ich in Kürze, weil nun bald 75, zu alt und für Sie zu teuer geworden, aus Ihrem Versicherungsschutz herausfliegen werde (bei dem ich Sie noch niemals zur Kasse gebeten habe), wenn ich nicht beantrage, in Zukunft die Hälfte mehr zahlen zu dürfen.
Das kann ich nur ein hochherziges und altersfreundliches Geschäftsgebaren nennen, meine sehr geehrten Damen und Herren von der Winterthur, nachdem Sie jahrzehntelang die Prämien Ihres Kunden kassiert, also mit meinem Geld gearbeitet und von ihm gelebt haben. Sie werden gewiss verstehen, dass ich mich angesichts dieses so ehrenwerten Bemühens zum Wohle Ihrer Mitglieder ebenfalls bemühen werde, dem mir erreichbaren Personenkreis unsere Korrespondenz bekannt zu geben, dies umso eher, als ja nun gerade auch das Fernsehen die korrekte und kundenorientierte Arbeit Ihres geschätzten Hauses zu würdigen beginnt, speziell in der Rentenversicherung. Sehr viele Deutsche halten ja gerade jetzt Ausschau nach einer wohlanständigen Versicherung, auf die man sich verlassen kann. Potenzielle Kunden also. Es wird sie gewiss interessieren.
Bitte geben Sie diesen Dankesbrief eines alt gewordenen Arztes auch an Ihren Vorstand weiter. Er wird sowieso von Ihrer beispielhaften Kundennähe erfahren und gerne wissen wollen, wie alte oder älter werdende Menschen über die Freude an der Zusammenarbeit mit Ihrem Haus denken.

Mit freundlichen Grüßen

(Dr. Staewen)
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