ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2001Aids-Aufklärung: „Vergessen ist ansteckend“

AKTUELL: Akut

Aids-Aufklärung: „Vergessen ist ansteckend“

Dtsch Arztebl 2001; 98(24): A-1581 / B-1353 / C-1261

EB

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LNSLNS Medienprodukte, die über Aids informieren oder zur Kondomnutzung motivieren – wie TV-Spots, Anzeigen, Broschüren und Informationsveranstaltungen –, werden von der Bevölkerung und einzelnen Zielgruppen deutlich weniger wahrgenommen als in den verganenen Jahren. Dies zeigt eine Repräsentativerhebung aus dem Jahr
2000, welche die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) jetzt vorgestellt hat. Parallel mit dieser Entwicklung beobachtet man einen Rückgang von Gesprächen über Aids in der Familie und im Freundeskreis; außerdem wird fachliche Beratung weniger in Anspruch genommen.

Mit dem Reichweitenrückgang verändert sich die Wahrnehmung von Aids als bedrohliche Krankheit. Bezeichneten zu Beginn der 90er-Jahre noch 60 Prozent der Bevölkerung Aids als eine der gefährlichsten Krankheiten, so sind es im Jahr 2000 nur noch 37 Prozent. Diese Entwicklung lässt sich nach Ansicht der BZgA weder auf die Verfügbarkeit neuer Therapien zurückführen noch auf ein generelles Desinteresse der Bevölkerung an diesem Thema. Denn unverändert hoch sei das Interesse an Informationen über den Schutz vor Aids (53 Prozent) über die Lebenssituation von Aids-Kranken und HIV-Infizierten (60 Prozent) und über Ergebnisse der medizinischen Forschung (82 Prozent). Dies vor allem in jüngeren Altersgruppen. Wissenslücken bestehen nach den Ergebnissen der Erhebung bei präventionsrelevanten Fragen.

So ist ein gutes Viertel der Bevölkerung (aber auch ein Fünftel der 16- bis 20-Jährigen) nicht darüber informiert, dass man sich bei einem infizierten Partner anstecken kann, auch wenn die Krankheit noch nicht ausgebrochen ist. Ein Drittel der Bevölkerung ist der Meinung, dass man eine HIV-Infektion an äußeren Zeichen erkennen könne (16- bis 20-Jährige: 29 Prozent). Um das Thema Thema Aids „nachhaltig in den Köpfen der Menschen zu verankern“ hat die BZgA im Vorfeld des 8. Deutschen Aids-Kongresses in Berlin eine neue Anzeigen- und Plakatkampagne unter dem Motto „Vergessen ist ansteckend“ gestartet. EB
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