ArchivDeutsches Ärzteblatt24/2001Politik: Neuer Grabenkrieg

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Politik: Neuer Grabenkrieg

Dtsch Arztebl 2001; 98(24): A-1610 / B-1381 / C-1284

Schilling, Hans-J.

Zum Beschluss des Bundeskabinetts zum Verzicht auf den Arzneimittelregress:
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LNSLNS Wenn ich den Beschluss des Bundeskabinetts vom 30. Mai 2001 zum Arzneimittelregress lese, will bei mir keine Freude aufkommen. Dort steht: „Der so genannte Kollektivregress konnte bisher nie durchgesetzt werden“, „ . . . Damit bleiben die Kassenärztlichen Vereinigungen ebenso wie der einzelne Vertragsarzt und die gesetzlichen
Krankenkassen in der Verantwortung . . .“
Mit anderen Worten: Da es der Politik bisher nicht gelungen ist, einen Regress durchzusetzen, werden nun die KVen und die einzelnen Fachgruppen aufeinander gehetzt. Es wird ein Verteilungskampf in der niedergelassenen Ärzteschaft beginnen um das größere Arzneimittelbudget. Wir werden uns auch auf diesem Gebiet untereinander zerfleischen, genauso wie bei der Mangelverwaltung der ärztlichen Leistungen. Dieser neue Grabenkrieg schwächt noch mehr unsere Position, sehr zur Freude der Politik, der Krankenkassen und aller anderen am Gesundheitswesen beteiligten Verbände. Sollten dann eine Fachgruppe oder auch einzelne Kollegen zum Regress herangezogen werden, wird dies in der Öffentlichkeit wenig Aufmerksamkeit finden, da wir ja das Budget nun „untereinander“ ausgehandelt haben.
Einen Ausweg aus dieser trostlosen Lage sehe ich nur, wenn wir an die Spitze der KVen (nichtärztliche) Verhandlungsführer wählen, die gegenüber der Politik und allen anderen Gruppen unsere Interessen konsequent, hart und nicht nur konsensorientiert vertreten. Dazu gehört aber auch, dass wir niedergelassenen Ärzte diese Verhandlungsposition genauso konsequent mittragen.
Dr. med. Hans-J. Schilling, Klaustor 3, 36251 Bad Hersfeld
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